Dienstag, 20. August 2019

Angst vor der Zinswende Allianz-Tochter Pimco verkauft massenhaft US-Anleihen

Pimco-Zentrale in Kalifornien: Raus aus US-Anleihen

Die Fondsgesellschaft Pimco gehört zu den größten Anleiheinvestoren der Welt. Jetzt hat die US-Gesellschaft massenhaft amerikanische Staatsanleihen verkauft. Ihr größter Fonds Total Return hat den Anteil von US-Staatspapieren in seinem Portfolio im Mai von 23,4 auf 8,5 Prozent radikal runtergefahren. Das teilte das Unternehmen auf seiner Website mit.

Hintergrund ist offenbar die erwartete Erhöhung der Leitzinsen. Viele Investoren gehen davon aus, dass die US-Notenbank Fed im September den Leitzins anhebt und damit die jahrelange Phase der Nullzinspolitik beendet.

Sollte es tatsächlich so kommen, dürften die bisher ausgegebenen, niedrig verzinsten Anleihen an Attraktivität verlieren. Ihre Kurse würden also sinken.

Sicher ist die baldige Zinswende allerdings nicht. Erst vergangene Woche hatte der Internationale Währungsfonds (IWF) die Fed vor einem solchen Schritt gewarnt und dazu aufgerufen, die geplante Erhöhung des Leitzinses auf das kommende Jahr zu verschieben. Das Risiko, die globale Wirtschaft mit einer vorzeitigen Anhebung in Probleme zu stürzen, sei derzeit zu groß, hieß es in einem Bericht von IWF-Experten.

Pimco rechnet offenbar dennoch mit einem schnellen Zinsschritt. Die Fondsgesellschaft, eine Tochter des deutschen Versicherungskonzerns Allianz, kämpft seit rund zwei Jahren mit Problemen. Nacheinander verlor sie ihre früheren Chefs, die Starinvestoren Mohamed El-Erian und Bill Gross.

Zudem ziehen immer mehr Kunden ihr Geld aus dem einstigen Vorzeigefonds Total Return ab. Verwaltete der Fonds zu Hochzeiten noch Anlegergelder von fast 300 Milliarden Dollar, waren es zuletzt gerade mal noch 107 Milliarden Dollar. Damit ist der Total Return nur noch der zweitgrößte Anleihefonds der Welt.

Pimco-Aktienchefin geht von Bord

stk/rei/reuters

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