25 Prozent Plus seit Jahresbeginn Goldpreis erreicht Allzeithoch

Coronavirus, niedrige Zinsen, Stress zwischen Washington und Peking - die unsichere Lage der Weltwirtschaft macht Gold zu einem immer attraktiveren Investment.
Schwer gefragt: Der Goldpreis steigt auf ein Allzeithoch

Schwer gefragt: Der Goldpreis steigt auf ein Allzeithoch

Foto: Science Photo Library/ imago images/Science Photo Library

Gold ist wegen der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise so teuer wie noch nie. In der Nacht auf Montag stieg der Preis für eine Feinunze (31,1 Gramm) bis auf 1944,71 Dollar und übertraf damit das bisherige Rekordhoch von rund 1921 Dollar vom September 2011 deutlich. Zuletzt bröckelte der Kurs etwas ab, lag aber immer noch rund eineinhalb Prozent im Plus bei 1932 Dollar.

Damit zog der Goldpreis in diesem Jahr bereits um etwas mehr als ein Viertel an, wobei der Kurs vor allem seit Mitte Juni stark zulegte. Zu Beginn des Corona-Crashs an den Finanzmärkten hatte Gold sogar an Wert verloren, obwohl das Edelmetall als Krisenwährung gilt. Mitte März kostete eine Feinunze zeitweise weniger als 1500 Dollar. Gold ist zurzeit aufgrund mehrerer Entwicklungen unter Anlegern sehr beliebt. Ein Hauptgrund ist die Corona-Pandemie mit ihren drastischen wirtschaftlichen Folgen. Dazu gehören die hohe Unsicherheit über den Fortgang der Krise, die stark steigende Verschuldung von Staaten und Unternehmen sowie die anhaltend niedrigen Zinsen auf der Welt. Gold gilt als Krisen- und Inflationsschutz. Auch der verschärfte Konflikt zwischen den USA und China sowie der schwache Dollar treiben aktuell die Preise.

Strategen zufolge könnte der Höhenflug noch weitergehen. "Es sind die indirekten Auswirkungen des Virus auf die Wirtschaft und die tiefen Zweifel, ob wir eine v-förmige Erholung erleben werden, die den Goldpreis stützen", sagte der unabhängige Analyst Ross Norman Ende vergangener Woche, die das Edelmetall bereits stabil im Plus beendet hatte. "Wenn die Wirtschaft keine qualitativen Anzeichen einer Verbesserung zeigt, könnte man weitere Zuflüsse in den Goldpreis sehen, und er würde einfach majestätisch über 1922 Dollar schreiten und weiter in Richtung 2000 Dollar steigen."

Auch Silber hatte zuletzt auf einem Mehrjahreshoch notiert. Das weniger seltene Edelmetall profitiert von denselben Faktoren wie Gold, zudem profitiert es von einer möglichen konjunkturellen Erholung, da es noch stärker als Gold als Rohstoff in der Industrie verwendet wird. Von seinem Allzeithoch (knapp 50 Dollar pro Unze im Jahr 2011) ist Silber mit aktuell gut 24 Dollar aber noch weit entfernt.

luk/dpa-afx, Reuters