Donnerstag, 19. September 2019

Preishausse bei Edelmetallen Darum ist Silber derzeit der vielleicht bessere Edelmetall-Kauf

Begehrte Anlage: Silberbarren verteuern sich derzeit zusehends
Heraeus Holding GmbH
Begehrte Anlage: Silberbarren verteuern sich derzeit zusehends

Aufschwung am Edelmetallmarkt - doch was kaum beachtet wird: Silber entwickelte sich zuletzt besser als Gold. Einiges spricht dafür, dass das in nächster Zeit so bleiben wird.

Handelskrieg, Brexit, Konjunktursorgen - verschiedene Gründe haben dem Goldpreis in den vergangenen Monaten Auftrieb gegeben. Doch was vielfach kaum beachtet wird: Der Preis für Silber ist zeitgleich ebenfalls stark angestiegen. Mit mehr als 18 Dollar je Unze notiert das weiße Edelmetall inzwischen wieder auf dem höchsten Niveau seit mehreren Jahren. Einiges spricht zudem dafür, dass Silber auch in den kommenden Wochen und Monaten gut laufen könnte - besser als Gold womöglich.

Ein Blick auf die Zahlen zeigt: Schon in den vergangenen Wochen stieg der Silberpreis Börsen-Chart zeigen mit höherem Tempo als der Goldpreis Börsen-Chart zeigen. So haben sich beide Edelmetalle seit Jahresbeginn um rund 20 Prozent verteuert. Betrachtet man jedoch den Zeitraum lediglich ab Ende Juni dieses Jahres, so legte Silber seither um knapp 20 Prozent zu, während Gold in dieser verkürzten Sicht ein Plus von lediglich 7 bis 8 Prozent verzeichnet.

Damit wiederholt sich womöglich, was am Markt für Edelmetalle schon häufiger zu beobachten war: Preisaufschwünge zeigen sich oft zunächst am Goldmarkt. Erst mit Verzögerung legt auch der Silberpreis zu - dann jedoch nicht selten mit höherem Tempo.

Das Muster lässt sich gut am Verlauf der sogenannten Gold-Silber-Ratio nachvollziehen. Diese unter Edelmetallkennern viel beachtete Kennzahl gibt das Verhältnis zwischen Goldpreis und Silberpreis an und wird ermittelt, indem der Goldpreis schlicht durch den Silberpreis geteilt wird.

Allgemein gilt: Der langfristige Durchschnitt der Gold-Silber-Ratio beträgt etwas mehr als 60, und Marktbeobachter vertreten mitunter die These, dass dies ein Wert ist, zu dem die Kennzahl über kurz oder lang immer wieder zurückkehren wird (auch wenn es dafür eigentlich kaum eine logische oder vernünftige Begründung gibt).

Sicher ist jedoch: Ratio-Werte jenseits der 80 gelten als vergleichsweise hoch und kamen in der Vergangenheit lediglich punktuell und recht selten vor. Und wichtig: Sehr häufig, wenn der Ratio-Wert über 80 gestiegen war, rutschte er in der Folge wieder ab. Der Grund dafür war meist, dass in die Berechnung der Ratio ein Silberpreis einfloss, der schneller stieg als der Goldpreis. Sprich: Silber konnte Gold in diesen Phasen vielfach outperformen.

Beispiele dafür lassen sich in der Marktgeschichte einige finden. Wie manager-magazin.de bereits vor einiger Zeit berichtete, stieg die Gold-Silber-Ratio in der jüngeren Vergangenheit in den Jahren 1995, 2003, 2008 und 2016 über den 80er Wert - und jedes Mal folgte eine Outperformance des Silberpreises gegenüber Gold. Von 1995 bis Anfang 1998 etwa fiel der Goldpreis um 24 Prozent, während der Silberpreis um 36 Prozent stieg. Zwischen 2008 und 2011 fiel die Diskrepanz noch drastischer aus: Einem Anstieg des Goldpreises um immerhin 105 Prozent stand ein ebensolcher beim Silberpreis um nicht weniger als 407 Prozent gegenüber. Auch im Anschluss an den Gold-Silber-Ratio-Peak im Frühjahr 2016 entwickelt sich Silber mehrere Monate lang merklich besser als Gold.

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