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Edelmetall im Tiefflug: 5 Gründe, jetzt Gold zu kaufen

Foto: Bundesbank / dpa

Blasenbildung an Finanzmärkten Warum Anleger jetzt vielleicht Gold kaufen sollten

EZB-Geldflut hier, Trump-Euphorie dort: Seit an der Börse die Aktienkurse steigen, befindet sich der Goldpreis auf Talfahrt. Für Anleger vielleicht ein guter Moment zum Einstieg - einige Risiken könnten Gold demnächst zum Comeback verhelfen.
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Edelmetall im Tiefflug: 5 Gründe, jetzt Gold zu kaufen

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Der Crash kommt - die Frage ist nur, wann. Spätestens nach der Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) in dieser Woche, ihre Anleihenkäufe nochmals auszuweiten und damit die Geldhähne noch weiter zu öffnen, kommen viele Kommentatoren zu diesem Schluss.

Das billige Geld, so der Tenor, treibt die Preise beispielsweise an Aktien-, Anleihen- und Immobilienmärkten immer weiter in die Höhe. Je länger diese Entwicklung dauert, desto größer die Wahrscheinlichkeit von Übertreibungen - und desto stärker droht der Rückschlag zu werden, sollte die EZB irgendwann einmal den Ausstieg aus ihrer lockeren Geldpolitik versuchen. Noch ist zwar unklar, wann die Notenbanker zu diesem Tritt auf die Bremse ansetzen werden. Fest steht jedoch: Früher oder später werden sie es wohl müssen.

Wohl dem, der in jenem kritischen Moment an den Finanzmärkten richtig positioniert ist. Die meisten Aktien, Anleihen oder Immobilien sind dann vermutlich nicht das optimale Anlagegut im Depot, denn ihre Preise dürften fallen. Wer dagegen rechtzeitig auf Gold gesetzt hat, könnte damit richtig liegen. Denn sobald es am Finanzmarkt turbulent wird und andere Assetklassen in den Keller rauschen, schneidet das Edelmetall als traditionell "sicherer Hafen" oft gut ab.

Wo steht Gold im Moment? Nachdem das Metall nach seinem Allzeithoch im Jahr 2011 auf Talfahrt gegangen war, konnte es sich in der ersten Hälfte 2016 erstaunlich gut entwickeln. Um bis zu 20 Prozent legte der Goldpreis zu - dann kam die US-Wahl. Seit klar ist, dass Donald Trump der nächste Präsident der Vereinigten Staaten wird, hat der Goldpreis wieder um bis zu zehn Prozent nachgegeben.

Lauter schlechte Nachrichten für Goldfans

Dafür kursiert am Finanzmarkt folgende Erklärung: Investoren glauben an Trumps Versprechen, die US-Wirtschaft ordentlich ankurbeln zu können, mit Protektionismus, Steuersenkungen, Milliardeninvestitionen in die Infrastruktur sowie Deregulierungen als Grundpfeiler seiner künftigen Wirtschaftspolitik. Sie erwerben daher Aktien US-amerikanischer Konzerne und lassen die Kurse an der US-Börse steigen.

Gleichzeitig werden US-Staatsanleihen verkauft, weil Anleger im Zuge des Aufschwungs eine höhere Inflation erwarten, die erfahrungsgemäß mit steigenden Zinsen einhergeht. Der Dollar befindet sich in diesem Zusammenhang ebenfalls bereits im Aufwind.

Für Gold sind all dies schlechte Nachrichten: Ein starker Dollar verteuert das Edelmetall für Käufer anderer Währungsräume. Höhere Zinsen senken seine Attraktivität im Wettbewerb mit anderen Geldanlagen. Und der allgemeine Optimismus in Bezug auf die US-Wirtschaft lässt seinen Status als "sicherer Hafen" in den Hintergrund rücken.

Was den Goldpreis künftig nach oben treiben könnte

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Kein Wunder also, dass viele Experten vorerst keine großen Hoffnungen für Gold haben. Die Analysten der Credit Suisse etwa erwarten im kommenden Jahr noch niedrigere Goldpreise als im laufenden. Auch Barnabas Gan, Ökonom bei der Oversea-Chinese Banking Corp. und laut Bloomberg zuletzt einer der präzisesten Auguren des Goldmarktes, sagt ein Absinken des Preises von derzeit knapp 1170 Dollar je Unze auf bis zu 1100 Dollar Ende 2017 vorher.

Ein klares Bild also eigentlich - wären da nicht einige Unwägbarkeiten und Störfaktoren, die den Goldpreis in nächster Zeit durchaus stützen oder sogar wieder nach oben treiben könnten. Zum Beispiel

  • könnte Donald Trump, der sich in der Vergangenheit bereits überaus sprunghaft gezeigt hat, die Märkte enttäuschen, indem er beispielsweise seinen Versprechungen nicht ausreichend Taten folgen lässt. Insbesondere der angekündigte Protektionismus zugunsten der US-Wirtschaft könnte sich als zweischneidiges Schwert erweisen, denn durch eine Einschränkung des freien Handels drohen auch US-Firmen Nachteile.
  • gibt es in Europa gleich eine ganze Reihe an Risiken, die sich an den Finanzmärkten auswirken können, vom Austritt der Briten aus der EU über die schwelende Euro-Schuldenkrise, die gegenwärtig in Italien wieder zum Vorschein kommt, bis hin zum Vormarsch eurokritischer Populisten in vielen Ländern auf dem alten Kontinent. "Die politische Unsicherheit ist gut für das Thema Gold", sagt Alexandra von Kalnein von Hyde Park Investment.
  • kann eine steigende Inflation in den USA auch den Goldpreis steigen lassen. Gold gilt traditionell als Schutz gegen Geldentwertung. Sollte die US-Notenbank Fed ihre Zinsen - wie bisher geschehen - allzu zögerlich nach oben setzen, könnte diese Funktion des Edelmetalls wieder in den Vordergrund rücken.
  • schränken Goldminen angesichts des niedrigen Preisniveaus bereits die Förderung ein. In bestehende Vorkommen wird weniger investiert und auch die Ausgaben der Goldfirmen für die Entdeckung neuer Funde gehen zurück, wie die "Financial Times" kürzlich berichtete. Gleichzeitig nimmt jedoch beispielsweise in China mit seinem steigenden Lebensstandard die Nachfrage etwa nach Goldschmuck weiter zu.
  • führt nicht zuletzt die eingangs erwähnte Geldflut von Notenbanken wie der EZB an den Finanzmärkten zu einem erheblichen Rückschlagsrisiko, das ebenfalls die Aussichten für einen langfristigen Anstieg des Goldpreises verbessert.

Es gibt also auch Gründe für Optimismus in Bezug auf den Goldpreis, und angesichts der jüngsten Preisrückgänge könnte gegenwärtig bereits wieder ein attraktives Einstiegsniveau entstanden sein. Die Commerzbank jedenfalls schlägt zuversichtliche Töne an: Ihren Analysten zufolge überwiegen beim Goldausblick die treibenden Kräfte, weshalb der Bank zufolge der Preis schon 2018 wieder auf 1400 Dollar je Unze steigen könnte.