Sonntag, 22. September 2019

Blasenbildung an Finanzmärkten Warum Anleger jetzt vielleicht Gold kaufen sollten

Edelmetall im Tiefflug: 5 Gründe, jetzt Gold zu kaufen
REUTERS

EZB-Geldflut hier, Trump-Euphorie dort: Seit an der Börse die Aktienkurse steigen, befindet sich der Goldpreis auf Talfahrt. Für Anleger vielleicht ein guter Moment zum Einstieg - einige Risiken könnten Gold demnächst zum Comeback verhelfen.

Der Crash kommt - die Frage ist nur, wann. Spätestens nach der Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) in dieser Woche, ihre Anleihenkäufe nochmals auszuweiten und damit die Geldhähne noch weiter zu öffnen, kommen viele Kommentatoren zu diesem Schluss.

Das billige Geld, so der Tenor, treibt die Preise beispielsweise an Aktien-, Anleihen- und Immobilienmärkten immer weiter in die Höhe. Je länger diese Entwicklung dauert, desto größer die Wahrscheinlichkeit von Übertreibungen - und desto stärker droht der Rückschlag zu werden, sollte die EZB irgendwann einmal den Ausstieg aus ihrer lockeren Geldpolitik versuchen. Noch ist zwar unklar, wann die Notenbanker zu diesem Tritt auf die Bremse ansetzen werden. Fest steht jedoch: Früher oder später werden sie es wohl müssen.

Wohl dem, der in jenem kritischen Moment an den Finanzmärkten richtig positioniert ist. Die meisten Aktien, Anleihen oder Immobilien sind dann vermutlich nicht das optimale Anlagegut im Depot, denn ihre Preise dürften fallen. Wer dagegen rechtzeitig auf Gold gesetzt hat, könnte damit richtig liegen. Denn sobald es am Finanzmarkt turbulent wird und andere Assetklassen in den Keller rauschen, schneidet das Edelmetall als traditionell "sicherer Hafen" oft gut ab.

Wo steht Gold im Moment? Nachdem das Metall nach seinem Allzeithoch im Jahr 2011 auf Talfahrt gegangen war, konnte es sich in der ersten Hälfte 2016 erstaunlich gut entwickeln. Um bis zu 20 Prozent legte der Goldpreis zu - dann kam die US-Wahl. Seit klar ist, dass Donald Trump der nächste Präsident der Vereinigten Staaten wird, hat der Goldpreis wieder um bis zu zehn Prozent nachgegeben.

Lauter schlechte Nachrichten für Goldfans

Dafür kursiert am Finanzmarkt folgende Erklärung: Investoren glauben an Trumps Versprechen, die US-Wirtschaft ordentlich ankurbeln zu können, mit Protektionismus, Steuersenkungen, Milliardeninvestitionen in die Infrastruktur sowie Deregulierungen als Grundpfeiler seiner künftigen Wirtschaftspolitik. Sie erwerben daher Aktien US-amerikanischer Konzerne und lassen die Kurse an der US-Börse steigen.

Gleichzeitig werden US-Staatsanleihen verkauft, weil Anleger im Zuge des Aufschwungs eine höhere Inflation erwarten, die erfahrungsgemäß mit steigenden Zinsen einhergeht. Der Dollar befindet sich in diesem Zusammenhang ebenfalls bereits im Aufwind.

Für Gold sind all dies schlechte Nachrichten: Ein starker Dollar verteuert das Edelmetall für Käufer anderer Währungsräume. Höhere Zinsen senken seine Attraktivität im Wettbewerb mit anderen Geldanlagen. Und der allgemeine Optimismus in Bezug auf die US-Wirtschaft lässt seinen Status als "sicherer Hafen" in den Hintergrund rücken.

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