Dienstag, 20. August 2019

Blasenbildung an Finanzmärkten Warum Anleger jetzt vielleicht Gold kaufen sollten

Edelmetall im Tiefflug: 5 Gründe, jetzt Gold zu kaufen
REUTERS

2. Teil: Was den Goldpreis künftig nach oben treiben könnte

Kein Wunder also, dass viele Experten vorerst keine großen Hoffnungen für Gold haben. Die Analysten der Credit Suisse etwa erwarten im kommenden Jahr noch niedrigere Goldpreise als im laufenden. Auch Barnabas Gan, Ökonom bei der Oversea-Chinese Banking Corp. und laut Bloomberg zuletzt einer der präzisesten Auguren des Goldmarktes, sagt ein Absinken des Preises von derzeit knapp 1170 Dollar je Unze auf bis zu 1100 Dollar Ende 2017 vorher.

Ein klares Bild also eigentlich - wären da nicht einige Unwägbarkeiten und Störfaktoren, die den Goldpreis in nächster Zeit durchaus stützen oder sogar wieder nach oben treiben könnten. Zum Beispiel

  • könnte Donald Trump, der sich in der Vergangenheit bereits überaus sprunghaft gezeigt hat, die Märkte enttäuschen, indem er beispielsweise seinen Versprechungen nicht ausreichend Taten folgen lässt. Insbesondere der angekündigte Protektionismus zugunsten der US-Wirtschaft könnte sich als zweischneidiges Schwert erweisen, denn durch eine Einschränkung des freien Handels drohen auch US-Firmen Nachteile.
  • gibt es in Europa gleich eine ganze Reihe an Risiken, die sich an den Finanzmärkten auswirken können, vom Austritt der Briten aus der EU über die schwelende Euro-Schuldenkrise, die gegenwärtig in Italien wieder zum Vorschein kommt, bis hin zum Vormarsch eurokritischer Populisten in vielen Ländern auf dem alten Kontinent. "Die politische Unsicherheit ist gut für das Thema Gold", sagt Alexandra von Kalnein von Hyde Park Investment.
  • kann eine steigende Inflation in den USA auch den Goldpreis steigen lassen. Gold gilt traditionell als Schutz gegen Geldentwertung. Sollte die US-Notenbank Fed ihre Zinsen - wie bisher geschehen - allzu zögerlich nach oben setzen, könnte diese Funktion des Edelmetalls wieder in den Vordergrund rücken.
  • schränken Goldminen angesichts des niedrigen Preisniveaus bereits die Förderung ein. In bestehende Vorkommen wird weniger investiert und auch die Ausgaben der Goldfirmen für die Entdeckung neuer Funde gehen zurück, wie die "Financial Times" kürzlich berichtete. Gleichzeitig nimmt jedoch beispielsweise in China mit seinem steigenden Lebensstandard die Nachfrage etwa nach Goldschmuck weiter zu.
  • führt nicht zuletzt die eingangs erwähnte Geldflut von Notenbanken wie der EZB an den Finanzmärkten zu einem erheblichen Rückschlagsrisiko, das ebenfalls die Aussichten für einen langfristigen Anstieg des Goldpreises verbessert.
Christoph Rottwilm auf Twitter

Es gibt also auch Gründe für Optimismus in Bezug auf den Goldpreis, und angesichts der jüngsten Preisrückgänge könnte gegenwärtig bereits wieder ein attraktives Einstiegsniveau entstanden sein. Die Commerzbank jedenfalls schlägt zuversichtliche Töne an: Ihren Analysten zufolge überwiegen beim Goldausblick die treibenden Kräfte, weshalb der Bank zufolge der Preis schon 2018 wieder auf 1400 Dollar je Unze steigen könnte.

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