Montag, 1. Juni 2020

Niedrigzinsen und lockere Geldpolitik Hedgefonds wetten auf weiter steigenden Goldpreis

Goldbarren: Die Corona-Krise lässt den Preis des Edelmetalls steigen.

Die Argumente, die von Optimisten in Bezug auf die künftige Entwicklung des Goldpreises genannt werden, überzeugen offenbar auch einige prominente Hedgefonds-Manager - sie bauen ihre Positionen in dem Edelmetall gegenwärtig aus.

Namentlich gehören Paul Singer von Elliott Management, Andrew Law von Caxton Associates und Danny Yong von Dymon Asia Capital zu den Goldbullen, wie die "Financial Times" berichtet. Sie alle haben ihre Wetten auf Gold jüngst erhöht, so die Zeitung.

Grund dafür ist offenbar die lockere Geldpolitik von Notenbanken im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der weltweiten Corona-Pandemie sowie die Fiskalpolitik in vielen Ländern vor dem gleichen Hintergrund. Deutschland, die USA und andere Nationen haben bereits umfangreiche finanzielle Hilfspakete angekündigt, um in Not geratenen Unternehmen zur Seite zu springen und die absehbare Rezession möglichst abzukürzen.

Die Folge all dieser Maßnahmen von Politik und Notenbanken dürften dauerhaft niedrige Zinsen sowie eine Schwächung von Währungen wie dem Dollar oder dem Euro sein - und damit ein positives Umfeld für den Goldpreis.

"Gold ist eine Absicherung gegen grenzenloses Gelddrucken", sagte Dymon-Asia-Manager Yong laut "FT". Elliott Management mit Sitz in New York hat seinen Kunden zudem vor Kurzem mitgeteilt, Gold zähle zu den am meisten unterbewerteten Assets. Dabei zitierte auch Elliott die massive Abwertung vieler Währungen durch die Zentralbanken als Begründung. Hinzu komme noch das Niedrigzinsumfeld sowie Störung in der Goldproduktion aufgrund des Coronavirus.

Der in London ansässige Hedgefonds Caxton hat in diesem Jahr bereits vom Anstieg des Goldpreises profitiert. Die Investmentvehikel des Hauses notieren seit Jahresanfang mit 15 bis 17 Prozent im Plus, so die "FT" - gepusht maßgeblich von der Hausse des Edelmetalls.

Gold gilt generell als Kriseninvestment. Zu Beginn der weltweiten Corona-Epidemie geriet zwar auch der Goldpreis zunächst unter Druck. Inzwischen hat er jedoch erhebliche Gewinne verzeichnet. Seit Jahresbeginn hat sich Gold unter dem Strich inzwischen um mehr als 12 Prozent auf gegenwärtig etwas mehr als 1700 Dollar je Unze verteuert. Viele Experten sehen auch für den weiteren Jahresverlauf aufgrund der Corona-Krise noch Potenzial für einen weiter steigenden Goldpreis.

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Martin Siegel etwa, Edelmetallexperte und Geschäftsführer der Investmentgesellschaft Stabilitas, sieht sowohl Gold als auch Silber nach wie vor in einem stabilen Aufwärtstrend. Ähnlich klingt das Urteil der Experten von der Commerzbank Börsen-Chart zeigen, die ebenfalls auf "die massive Liquiditätsausweitung durch die beispiellosen Maßnahmen der Zentralbanken" und den Anstieg der öffentlichen Verschuldung verweisen. Besonders optimistisch äußert sich die Schweizer Großbank UBS Börsen-Chart zeigen, die dem Goldpreis Chancen auf einen Anstieg auf mehr als 1800 Dollar je Unze einräumt.

Erst vor Kurzem hatte die Branchenorganisation World Gold Council (WGC) einen Quartalsbericht veröffentlicht. Darin stufte der WGC die globale Corona-Pandemie als den bisher größten einzelnen Einflussfaktor auf die Goldnachfrage ein. Noch ist ein Ende der Pandemie nicht in Sicht - und damit wohl auch kein Ende des hohen Interesses an Gold-Investments.

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