Montag, 24. Juni 2019

Nach Brexit-Entscheid Anleger auf der Flucht - Goldpreis schießt in die Höhe

Goldbarren in Nahaufnahme: Anleger flüchten in unsicheren Zeiten in das Edelmetall, der Preis steigt

Gold steht bei Anlegern so hoch im Kurs wie lange nicht mehr, und der Brexit-Entscheid der Briten hat dem Edelmetall noch einmal kräftig Aufwind verliehen: Das Edelmetall, in das Investoren in unsicheren Zeiten flüchten, verteuerte sich am Freitag nach dem Votum für den Austritt Großbritannien aus der Europäischen Union (EU) zeitweise um mehr als 8 Prozent auf 1358,20 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Damit erreichte es den höchsten Kurs sei fast zweieinhalb Jahren. Das Edelmetall hatte zuletzt während der Finanzkrise 2008 so massiv zugelegt.

Schon vor der Abstimmung der Briten hatten Experten etwa von der französischen Bank Société Générale einen weiteren Anstieg des Goldpreises vorhergesagt, sollte es tatsächlich zum Brexit kommen. Einige Fachleute kündigten für den Fall einen Anstieg des Preis bis zur Marke von 1400 Dollar je Unze an.

"Gold macht, was eine Anlage wie Gold machen sollte", sagte Dominic Schnider, Rohstoff-Chef im Vermögensmanagement der UBS. "Gold hat geliefert, was erwartet wurde: Es läuft extrem gut in schwierigen Zeiten. Die Frage ist nur: Wird der Effekt länger anhalten?"

Fakt ist: Nicht nur die ungewisse Zukunft von Großbritanniens Wirtschaft, die ihre Beziehungen zu den übrigen EU-Staaten nun neu organisieren muss, spielt dem Goldpreis in die Karten. Auch die zögerliche Haltung der US-Notenbank Fed in Bezug auf weitere Zinserhöhungen sowie die großzügige Geldpolitik anderer Zentralbanken sprechen für das Edelmetall.

Angesichts der Entwicklung in Großbritannien werden die Geldhüter ihre Zügel eher noch lockerer lassen, meint Ole Hansen von der dänischen Saxo Bank.

Gut möglich also, dass Anleger weiterhin auf den "sicheren Hafen" Gold setzen werden. Schon in den vergangenen Monaten verzeichneten Gold-Indexfonds laufend Zuflüsse, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet. Inzwischen betragen die Goldbestände der Fonds demnach zusammen 1904,6 Tonnen. Damit sind sie allein 2016 um 443 Tonnen gestiegen und befinden sich nun auf dem höchsten Niveau seit Oktober 2013.

Christoph Rottwilm auf Twitter

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