Freitag, 20. September 2019

Geldvermögen wächst langsamer Börseneinbruch kostet deutsche Anleger 110 Milliarden Euro

Sparschwein: Die deutschen strengen sich beim Sparen mehr an, das Sparvermögen steigt aber langsamer

Der Kurseinbruch an den Aktienmärkten hat den Bundesbürgern das Sparen in diesem Jahr deutlich erschwert. Angesichts einer deutlich gestiegenen Sparquote konnten die privaten Haushalte ihr Geldvermögen aber dennoch nach vorläufigen Berechnungen um 1,9 Prozent auf 6,2 Billionen Euro steigern. Das geht aus einer Auswertung der DZ Bank hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Im Vergleich zum Vorjahr verlangsamte sich der Vermögensaufbau damit deutlich. Damals lag die Wachstumsrate noch bei 5,4 Prozent.

Die Kursentwicklung an den Börsen bescherte vielen Privatanlegern dagegen schmerzliche Verluste. 2017 hätten kräftig gestiegene Aktienkurse noch spürbar zur Vermehrung des privaten Geldvermögens beigetragen. 2018 kam es den Berechnungen zufolge dagegen zu Bewertungsverlusten von rund 110 Milliarden Euro.

Zugleich werfen Tagesgeld, Sparbuch und Co. wegen der Zinsflaute im Euroraum kaum noch etwas ab. Weil die Inflation tendenziell steigt, verlieren Sparer unter dem Strich Geld.

Sparquote steigt auf 10,2 Prozent

Dennoch ließen sich die Bundesbürger bei ihren Sparbemühungen den Angaben zufolge nicht entmutigen. Im Gesamtjahr dürfte die Sparquote um 0,3 Prozentpunkte auf 10,2 Prozent gestiegen sein. Das heißt: Von 100 Euro verfügbarem Einkommen werden 10,20 Euro auf die hohe Kante gelegt. "Das ist das fünfte Jahr in Folge, in dem die Bürger einen wachsenden Teil ihres verfügbaren Einkommens sparen", heißt es in der Studie des genossenschaftlichen Instituts.

Nur 6 Prozent des privaten Geldvermögens liegt in Aktien

Nach wie vor scheuen sich die meisten Deutschen, mit der Anlage in Wertpapiere etwas höhere Risiken einzugehen. Nur gut 6 Prozent des privaten Geldvermögens stecken den Angaben zufolge direkt in Aktien. Wegen der Zinsflaute seien die privaten Haushalte aber auch nicht bereit, sich mit festverzinslichen Anlageformen langfristig zu binden.

"Die Folge ist ein gigantischer Geldanlagestau", erläuterten die Ökonomen des Frankfurter Instituts. Inzwischen sei mehr als ein Viertel des gesamten privaten Geldvermögens vorwiegend in Form von kaum verzinslichen Sichteinlagen zwischengeparkt, über die Sparer jederzeit verfügen können. Den größten Teil des Geldvermögens machen demnach Bargeld und Sichteinlagen aus, gefolgt von Ansprüchen gegenüber Versicherungen für die Altersvorsorge.

Sollten die Aktienmärkte die vergangenen Kursverluste wenigsten zum Teil wettmachen, dürfte das Geldvermögen der privaten Haushalte 2019 wieder schneller auf dann 6,5 Billionen Euro wachsen, sagten die Ökonomen voraus.

mihec/dpa

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