So managen Sie Ihr Leben 5 Fragen zu Geld – und Antworten, die Sie kennen sollten

Geld, Geld, Geld: Vieles im Leben dreht sich darum, vor allem, wenn man keines hat

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Foto: Marcus_F¸hrer/ picture-alliance / dpa

1. Wie viel Geld braucht man?

Früh in Rente gehen, frühzeitig finanziell unabhängig sein: Viele Menschen träumen von der berühmten "Million auf dem Konto", um diese Ziele zu erreichen. Doch zur langfristigen Finanzplanung gehört eine weitere wichtige Frage: Die Frage "Wie viel Geld brauche ich eigentlich?" bestimmt, welches Sparziel man sich für den angestrebten Ausstiegszeitpunkt setzen muss. Meist sind es die eher bescheiden lebenden Frugalisten, die sich den Traum von finanzieller Unabhängigkeit bereits früh erfüllen. Wer aus Erfahrung weiß, dass er mit 40.000 Euro im Jahr auskommt, dem reicht möglicherweise schon eine Rücklage von 500.000 Euro für den frühzeitigen Ausstieg. Wer dagegen teure Statussymbole zum Überleben braucht, der wird diese Summe möglicherweise schon binnen eines Jahres aufzehren. Was zur zweiten Frage führt: Wie kann ich verhindern, dass meine Ersparnisse mit der Zeit dahinschmelzen?

2. Wie kann Geld für mich arbeiten?

Geld muss arbeiten. Es muss Zinsen oder eine andere Form von Erträgen bringen, sonst frisst es die Inflation früher oder später auf. Bei einer angenommenen Verzinsung von rund 7 Prozent pro Jahr verdoppelt sich Kapital alle 10 Jahre. Umgekehrt bedeutet das: Bei einer Inflationsrate von 7 Prozent pro Jahr verliert das angesparte Kapital binnen zehn Jahren die Hälfte seiner Kaufkraft, ist dann also nur noch die Hälfte wert.

Wegen der zuletzt deutlich gestiegenen Inflation ist es umso wichtiger, dass Geld arbeitet und eine Verzinsung bringt, die mindestens ebenso hoch ist wie die durchschnittliche Inflation. Derzeit steigen die Zinsen zwar, lieben aber weit unter der jährlichen Inflationsrate – das bedeutet langfristige Geldentwertung. Dass es für risikolose Spar-Anlagen in Kürze 7 Prozent Zinsen geben wird, ist jedoch äußerst unwahrscheinlich.

Wer die Kaufkraft seines Geldes erhalten will, wird also ins Risiko gezwungen. Er oder sie muss nach Geldanlagen suchen, die mehr Zinsen bringen als ein Sparkonto, die aber auch entsprechende Risiken mit sich bringen. Das kann eine Immobilie sein, die dann entsprechende Mieterträge bringen soll. Oder eine Aktie, also der Anteil an einem Unternehmen. Ein an der Börse notiertes Unternehmen beteiligt seine Aktionäre in der Regel an seinen jährlichen Gewinnen und schüttet diesen Anteil in Form einer Dividende an die Aktionäre aus. Daher heißen Aktien auch Dividendenpapier. Besitzt ein Anleger Aktien eines Unternehmens, das regelmäßig hohe Dividenden zahlt, dann kann diese Dividendenrendite die Verzinsung auf einem Sparkonto in der Regel deutlich übersteigen. Der Preis dafür ist ein gewisses Risiko: Geht das Unternehmen pleite, werden auch die Aktien wertlos.

3. Wie funktioniert langfristige Geldanlage?

Um diese Frage zu beantworten, kann man unzählige Regalmeter Fachliteratur studieren. Oder man macht es sich einfach und vertraut auf wenige Grundregeln, die schon vielen Anlegern geholfen haben.

1) Zeit schlägt Zeitpunkt. Wer mit Aktien langfristig ein kleines Vermögen ansparen will, beginnt damit möglichst frühzeitig und kauft via Sparplan, investiert also monatlich eine feste Summe. Zum Kauf empfiehlt sich ein möglichst breit gestreuter ETF, zum Beispiel auf den Welt-Index MSCI World. Wichtig ist, dass die Verwaltungskosten dieses ETF möglichst niedrig sind. Wer das Kunststück schafft, über einen Zeitraum von 10, 20 oder 30 Jahren stur in diesen Sparplan zu investieren, der hat sehr gute Chancen, damit ein Vermögen aufzubauen. Das klingt extrem langweilig. Ist es auch. Aber es ist auch extrem effektiv.

2) Hin und Her - Taschen leer. Wem ein solcher Sparplan zu langweilig ist, der kann gerne jeden zweiten Tag Aktien kaufen und verkaufen. Das ist extrem aufregend. Aber es ist auch extrem teuer und sorgt dafür, dass hohe Ordergebühren und missglückte Trades das Kapital immer weiter aufzehren. Den optimalen Kauf- und Verkaufszeitpunkt von Aktien kennt niemand. Wer glaubt, schlauer zu sein als der Markt, bezahlt dies teuer. "Wenn Du an Market Timing glaubst, möchte ich Dein Banker sein - aber nicht Dein Partner", sagt die Geldanlage-Legende Warren Buffett. Einzelne Aktien zu kaufen und kurzfristig zu verkaufen ist kein Problem, solange man dies mit frei verfügbarem "Spielgeld" tut. Aber mit langfristiger Geldanlage hat das nichts zu tun. Diese muss "langweilig" und emotionslos sein.

4. Kann ich mich auf Experten verlassen?

Auch hier gilt ein Bonmot von Altmeister Buffett: "Frage niemals Deinen Friseur, ob Du einen Haarschnitt brauchst." Bankberater und Geldanlage-Experten können selbstverständlich viele kluge Dinge über Aktien und Anleihen erzählen. Mit den Studien von Goldman Sachs, Deutscher Bank und Co lassen sich ganze Hochhäuser finanzieren und tapezieren. Ein Bankberater oder Versicherungsmakler wird in der Regel ein Produkt empfehlen, an dem er selbst auch gut verdient, das gehört zu seinem Job. Für den Anleger gilt daher: Sich grundsätzlich aus unterschiedlichen Quellen möglichst gründlich informieren. Niemandem glauben, der mit "zweistelligen Renditen ohne Risiko" lockt. Und am Ende muss jede und jeder die Investitionsentscheidung persönlich für sich treffen und begründen. Dies hilft auch, wenn es mit der Geldanlage zunächst nicht so gut läuft. Die Fragen: "Welche Rendite erwarte ich?" "Wie viel Verlust halte ich aus?" "Wann ziehe ich bei Verluste die Reißleine und wann realisiere ich Gewinne?" sollte jeder am besten vorab für sich klären.

5. Ist Geld eine Altersfrage?

Für Geldanlage gilt: Je früher, desto besser. Wer ab dem 20. Lebensjahr monatlich 150 Euro anlegt, hat bei einer durchschnittlichen jährlichen Verzinsung von 6 Prozent zum 30. Geburtstag rund 25.000 Euro zur Verfügung. Und zum 40. Geburtstag knapp 70.000 Euro. Und zum 50. Geburtstag knapp 150.000 Euro. Der Zinseszins-Effekt entfaltet über diesen Zeitraum seine volle Wirkung. Diese Rechnung bedeutet aber auch: Wer erst mit 30 und nicht bereits mit 20 einen solchen Sparplan beginnt, der muss auf die sechsstelligen Ansparsummen entsprechend länger warten. Und sechsstellig sollte ein Ansparziel fürs Alter schon sein - schließlich knabbert über einen Zeitraum von 30 oder 40 Jahren auch die Inflation an der Kaufkraft des Geldes (siehe 2.)

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