Studie Frauen sind die besseren Gordon Gekkos

Frauen sind die besseren Hedgefondsmanager - das behauptet zumindest der Branchendienst Funds-Europe. Immerhin soll die Wertentwicklung ihrer Fonds die der männlichen Konkurrenz hinter sich gelassen haben. Andere Studien gehen noch einen Schritt weiter.
Frauen in der Wirtschaft: Sind sie die besseren Geldverwalter?

Frauen in der Wirtschaft: Sind sie die besseren Geldverwalter?

Foto: Corbis

Hamburg - Um mehr als 700 Basispunkte sollen von Frauen gelenkte Hedgefonds die ihrer männlichen Pendants seit mehr als sechs Jahren überflügelt haben, schreibt der Branchendienst Funds-Europe  und beruft sich dabei auf eine Studie der Beratungsfirma Rothstein Kass.

Das Unternehmen hatte einen Index geschaffen, in dem sich nur von Frauen gesteuerte Fonds finden. Diese 82 Fonds legten pro Jahr um 6 Prozent seit 2007 zu. Der Aktienindex S&P 500 brachte es im gleichen Zeitraum auf ein jährliches Plus von 4,2 Prozent, der Hedgefondsindex HFRX global auf ein jährliches Minus von 1,1 Prozent. Und einen weiteren Schlag für die Männerbastion Börse hält die Studie bereit.

Denn der Vorsprung der Frauen wächst. Während zu Beginn der Krise im Jahr 2008 frauengelenkte Hedgefonds nur um einen halben Prozentpunkt besser gewesen seien als die anderen Fonds, sei der Abstand inzwischen gewachsen. "Frauen nehmen Risiken anders wahr als Männer und verwalten die Portfolios entsprechend", begründet Meredith Jones, ein Direktor von Rothstein Kass, den Befund der Studie. Und das zahle sich über die Zeit eben aus.

Neu ist diese Erkenntnis nicht; immer wieder wird belegt, dass Frauen die besseren Investoren sind. Die Direktbank ING Diba beispielsweise hatte im vergangenen Jahr herausgebracht, dass die Frauen unter ihren Anlegern im ersten Halbjahr 2013 eine durchschnittliche Rendite von 3,6 Prozent erwirtschafteten. Die Männer brachten es nur auf 2,3 Prozent.

Ein überraschendes Ergebnis, denn Frauen setzten deutlich weniger auf Aktien. Ihre Portfolien waren im Schnitt nur zu 48 Prozent mit Aktien bestückt, bei

den Männern waren es 56 Prozent. Dabei sind Aktien grundsätzlich die ertragsstärkste Anlageklasse. Doch dafür handelten Frauen weniger als Männer - und "Hin und Her" macht an der Börse bekanntlich die Taschen leer.

Wer nun vor allem nach frauengelenkten Finanzprodukten sucht, sollte einen Moment innehalten. Denn eine weitere Studie legt einen ganz anderen Schluss nahe. Der Ökonom Burton Malkiel schrieb in einem Buch, Männer wie Frauen müssten sich geschlagen geben, wenn jemand mit Dart-Pfeilen auf den Kursteil der Zeitung würfe und die entsprechenden Aktien kaufte . Dieser jemand war ein Affe.

got
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