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Teure Bestseller und renditestarke Alternativen Die geheimen Kostenfallen der Fonds

Hohe Gebühren sind einer der größten Wertvernichter für Privatanleger. Neue Daten zeigen erstmals die Gesamtbelastung und schaffen somit Transparenz. Denn niemand muss in überteuerte Fonds investieren – man kann das Geld auch preiswert und renditestark anlegen. Plus: Ausführliche Tabellen mit Anlagetipps.
aus manager magazin 4/2019

Foto: Claire Delfino / Paris Match / Getty Images

Édouard Carmignac weiß, wie man Fonds verkauft: mit einer guten Show. Und mit Champagner, viel Champagner. Deshalb buchte er jeden Januar das mehr als 1500 Plätze fassende Théâtre Mogador nahe der Pariser Oper. Bis in die Nacht füllten Kellnerinnen dort die Kelche der zum Fest geladenen Finanzberater. Und die besorgten immer neues Kundengeld für den Carmignac Patrimoine, auf dem Gipfel 2013 steckten darin mehr als 30 Milliarden Euro. Dank der sprudelnden Einnahmen aus dem Mischfonds konnte der Impresario es sich leisten, die Rolling Stones, Neil Young und Eric Clapton für Privatkonzerte im Mogador zu buchen.

Den Zenit seiner Leistung hatte Carmignac da schon längst überschritten: die Finanzkrise, die er verlustfrei überstand und die seinen Ruhm begründete. In den Jahren danach schien er sich lieber mit dem Polosport und Plänen für sein Kunstmuseum in Südfrankreich zu beschäftigen, während die Fondsrendite erste Zeichen des Niedergangs zeigte. Die Folge: In der Dekade nach 2009 ist der Patrimoine einer der am schlechtesten ausgewogenen Mischfonds. Trotz der Börsenrallye landete er mit nur 3,2 Prozent Rendite pro Jahr abgeschlagen auf Rang 224 von 251 Konkurrenten. Nach 12 Prozent Minus 2018 zog der 71-Jährige jüngst die Konsequenz und trat als Co-Manager zurück.

Ein Hauptgrund der schlechten Ergebnisse: Carmignac-Fonds gehören in mehreren Kategorien zu den teuersten. Sogar für einen globalen Anleihefonds verlangt Carmignac 1,45 Prozent pro Jahr, plus Transaktionskosten für Kauf und Verkauf der Bonds. So ist in Zeiten teils negativer Zinsen kein großer Vermögenszuwachs zu schaffen, jedenfalls nicht für die Kunden.

Dass die sehr hohen Gebühren vieler Fondsanbieter einer der größten Wertvernichter für Privatanleger überhaupt sind, ist zwar schon länger Allgemeingut. Allerdings war die Faktenlage bislang oft recht neblig. Neue Daten legen nun das ganze Trauerspiel offen: Eine Studie der EU-Wertpapieraufsicht ESMA vom Januar 2019 ergab, dass die Kosten bei Aktienfonds zwischen 2007 und 2017 gut ein Viertel der Bruttorendite auffraßen. Von 7 Prozent brutto pro Jahr blieben nur 5,3 Prozent. Bei Mischfonds verschwand gar ein Drittel der Rendite, es blieben nur 3 Prozent übrig.

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