Wer die Anleger gut informiert - 160 Dax-Konzerne im Test Der Sieger im härtesten Test der deutschen Finanzkommunikation kommt aus dem MDax

"Investors' Darling 2018" ist Michael Pontzen, Finanzvorstand beim Chemiekonzern Lanxess

"Investors' Darling 2018" ist Michael Pontzen, Finanzvorstand beim Chemiekonzern Lanxess

Foto: Bert Bostelmann für manager magazin

Seit 2014 analysiert das Team um Ökonomieprofessor Henning Zülch von der HHL Leipzig Graduate School of Management für manager magazin, wie gut die 160 Unternehmen in den Dax-Indizes ihre Anleger informieren. Am Mittwoch wurden in Frankfurt die diesjährigen Gewinner prämiert.

Der Sieger ist eine Überraschung, denn er kommt erstmals nicht aus dem Dax 30. "Investors' Darling 2018" ist Michael Pontzen, Finanzvorstand beim Chemiekonzern Lanxess in Köln. Gemeinsam mit CEO Matthias Zachert hat Pontzen seit 2015 die Neuausrichtung des Unternehmens geschafft - und die Investoren dabei von Anfang an überzeugt, mit Ehrlichkeit und messbaren Zielen.

Der größte Schritt auf dem Weg zur neuen Lanxess  war der Komplettverkauf der Produktion von synthetischem Kautschuk an Saudi-Aramco im August 2018. Das unter Überkapazitäten leidende Geschäft hatte Lanxess an den Rand seiner Belastbarkeit gebracht.

Wie detailliert vermittelt ein Unternehmen seine Strategie?

Ökonom Zülch und fünf wissenschaftliche Mitarbeiter untersuchen mit 15 bis 20 Analysten die Finanzkommunikation der 160 in den Dax-Indizes gelisteten Unternehmen. Die Bearbeitung der mehr als 300 Datenfelder erfordert 15 bis 20 Stunden Arbeit pro Titel. An der Investoren- und Analystenumfrage beteiligten sich Acatis, Berenberg, Deka, DWS, Fidelity, LBBW, Lupus Alpha, MainFirst, Metzler, M.M. Warburg, Shareholder Value Management und Union Investment.

Entscheidend für die Bewertung ist, wie detailliert ein Unternehmen seine Strategie vermittelt und wie konkret und überzeugend es über Ertrags-, Finanz- und Risikolage berichtet. Das Reporting geht mit einem Gewicht von 40 Prozent in die Analyse ein, Investor Relations folgt mit 30 Prozent (je 15 Prozent für Präsentationen und die digitale Kommunikation, die aufgewertet wurde). Der Kapitalmarktauftritt fließt zu 30 Prozent ein (10 Prozent Aktienkursperformance, 20 Prozent Perception Study). Erstmals wurde auch die CSR-Kommunikation benotet.

Das sind die Gewinner in den einzelnen Dax-Indizes

Die Gewinner im SDax  sind der Versender von Büro-, Betriebs- und Lagereinrichtung Takkt (3. Platz), der Anbieter von Fotobüchern und -kalendern CEWE (2. Platz) sowie die Private-Equity-Gesellschaft Deutsche Beteiligungs AG (Sieger im S-Dax).

Die Gewinner im TecDax  sind der Ausrüster von Biotech-Laboren Sartorius (3. Platz), der Spezialist für Laser, Kameras und Sensoren Jenoptik (2. Platz) und der Auftragsforscher für Pharmaunternehmen Evotec (Sieger im TecDax). Die beiden weiteren Sieger im Nebenwerteindex MDax  sind der Gabelstaplerhersteller und Industrieautomatisierer Kion (3. Platz) sowie der Spezialist für Befestigungssysteme Norma Group.

Auf Rang 3 der Gewinner im Dax  liegt eine der bekanntesten Marken der Welt: Adidas. Auf Platz 2 folgt der Chemiekonzern BASF, der mit seinem vollständig in HTML umgesetzten Geschäftsbericht in der Kategorie Digitale Kommunikation ganz vorn liegt. Sieger im Dax ist der Gesundheitskonzern Fresenius SE. Aus dem Dax kommt auch der Doppelsieger in den Kategorien Corporate Social Responsibility und Strategieberichterstattung: die Deutsche Telekom.

Eine ausführliche Analyse sowie die Ranglisten für den Dax 30 sowie die Top- und Flop-Five für MDax, TecDax und SDax erscheinen in manager magazin 10/2018 (Erstveröffentlichung: 20. September im gedruckten Heft und in der Digitalversion manager magazin premium).

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