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Überblick: Diese Banken bieten zurzeit die höchsten Zinsen

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Festgeld Neuer Zugang zu höheren Zinsen im Ausland

Spätestens nach der EZB-Zinssenkung haben es Sparer schwer, attraktive, festverzinsliche Anlagen zu finden. Tamaz Georgadze will das ändern. Mit seinem Start-up holt er neue Offerten mit höheren Zinsen aus ganz Europa auf den deutschen Markt.

mm: Herr Georgadze, wenn ich auf Online-Vergleichsplattformen wie FMH oder Biallo gehe, werden mit dort für eine Festgeldanlage über beispielsweise 10.000 Euro mit vier Jahren Laufzeit zurzeit maximal etwa 2,5 Prozent Zinsen geboten. Wie ist es bei Ihnen?

Georgadze: Wir werden bei Festgeldern bessere Zinsen bieten als derzeit im Markt üblich. Bei einjährigen Festgeldern etwa liegt der Markt zurzeit bei 1,6 bis 1,7 Prozent. Unsere besten Zinsen werden sich ungefähr bei 2,9 bis 3 Prozent bewegen.

mm: Im Beispiel mit 2,5 Prozent liegen Sie also ebenfalls entsprechend höher?

Georgadze: Genau, auch das wäre mehr.

mm: Und das schaffen Sie durch die Kooperation mit Banken, die in Deutschland am Markt sonst nicht aktiv sind?

Georgadze: Richtig. Das Prinzip ist ganz einfach: Die Zinsmärkte sind in der EU sehr lokal und laufen auseinander. Es gibt also in anderen EU-Ländern die Möglichkeit, Geld zu höheren Zinsen anzulegen. In den Niederlanden etwa gibt es für Tagesgeld zum Teil knapp unter 2 Prozent, damit fast 0,5 Prozentpunkte höher als in Deutschland. Das wird in Deutschland nicht angeboten, obwohl die Banken hierzulande teilweise auch vertreten sind. Wer diese Option im Ausland wahrnehmen will, muss normalerweise dort erscheinen und sich bei der Bank zur Kontoeröffnung persönlich identifizieren. Genau diese Hürde nehmen wir mit unserem Geschäftsmodell heraus.

mm: Das heißt?

Georgadze: Wir übernehmen die Identifikation für den Kunden. Zu dem Zweck muss er in Deutschland bei der MHB-Bank, mit der wir zusammen arbeiten, ein Transaktionskonto eröffnen und dabei auch das Postident-Verfahren durchführen. Die Bank identifiziert den Kunden dann gegenüber der ausländischen Bank. Das Verfahren hat den Vorteil, dass der Kunde mit einem Transaktionskonto mehrere ausländische Banken ansteuern kann. Er muss sich nicht jedes mal neu identifizieren.

mm: Das heißt der Geschäftspartner der ausländischen Bank ist nicht der Kunde, das sind Sie?

Georgadze: Nein, wir identifizieren den Kunden dort nur. Geschäftspartner der Bank ist der Kunde. Er schließt den Festgeldvertrag mit dem ausländischen Institut ab.

mm: An der Stelle drängt sich die Frage nach der Einlagensicherung auf. Wie steht es damit bei Ihnen?

"Wir bekommen wie üblich eine Provision"

Georgadze: Unser Angebot bezieht sich ausschließlich auf EU- und EWR-Länder. Alle Anlagen in der EU unterliegen der gesetzlich vorgeschriebenen Einlagensicherung über 100.000 Euro. Die erforderlichen Fonds dafür sind in allen EU-Ländern eingerichtet. Von den nicht EU-Ländern arbeiten wir nur mit Norwegen zusammen. Und dort ist die Einlagensicherung mit einer Grenze von etwa 240.000 Euro sogar höher als in der EU.

mm: Und der Kunde ist im Ernstfall auch sicher der Anspruchsberechtigte gegenüber der Bank, nicht etwa gegenüber Ihrem Unternehmen, oder Ihr Unternehmen gegenüber der Bank?

Georgadze: Der Kunde schließt den Vertrag ab und ist als einziger anspruchsberechtigt gegenüber der Bank. Die Abwicklung ist zwar in allen Ländern unterschiedlich, EU-weit darf sie aber derzeit grundsätzlich nicht länger als 20 Tage dauern.

mm: Um es konkret zu machen, von welchen Banken sprechen wir, wer bietet momentan in Europa die günstigsten Konditionen an?

Georgadze: Ich kann die Namen derzeit leider noch nicht öffentlich nennen, weil wir uns noch in der Phase der Zulassung durch die Finanzaufsicht befinden. Es ist aber zum Beispiel eine der drei größten Banken in Bulgarien dabei, so viel kann ich sagen. Wir nehmen derzeit von Kunden ja auch erst Anmeldungen entgegen. Wenn wir Mitte Dezember mit dem operativen Betrieb beginnen, können wir selbstverständlich auch die Namen der Banken nennen, mit denen wir kooperieren.

mm: Das heißt, sobald die Zulassung erfolgt ist, tauchen die Institute auch auf den genannten Vergleichsseiten wie FMH oder Biallo auf und können von den Kunden direkt kontaktiert werden? Oder haben Sie exklusive Vereinbarungen, so dass die Banken nur über ihre Plattform in Deutschland aktiv werden dürfen?

Georgadze: Durch die Zusammenarbeit mit der MHB-Bank können sich Kunden auf weltsparen.de gegenüber der ausländischen Bank online identifizieren. Ein direkter Abschluss bei der ausländischen Bank ist für Deutsche nur vor Ort in der Filiale möglich. Ich gehe davon aus, dass die genannten Vergleichsseiten deshalb unsere Plattform verlinken. Wir haben keine Exklusivitätsvereinbarungen, sind aber der einzige Partner, über den eine Anmeldung aus Deutschland möglich ist.

mm: Mit wie vielen Instituten arbeiten Sie denn insgesamt zusammen?

Georgadze: Wir haben im Moment fünf ausländische Banken, die das Zulassungsverfahren durchlaufen. Ob alle gleichzeitig auf unserer Plattform sein werden, kann ich noch nicht sagen. Wir werden sie wohl nach und nach freischalten. Zudem verhandeln wir mit weiteren acht Banken. Ich denke, dass wir nach dem ersten Quartal 2014 fünf bis acht Partner auf der Plattform haben werden.

mm: Ihrer Werbung zufolge ist die ganze Sache für den Kunden völlig kostenlos. Sogar die ausländischen Banken erheben für die Festgeldkonten keine Gebühren. Wo liegt bei dem Geschäft Ihr Verdienst?

Georgadze: Wir bekommen wie üblich für die vermittelten Konten eine Provision von den Banken, so wie andere Vergleichs-Websites oder Vertriebspartner auch.

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