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Strategie in Inflationszeiten Wie die Notenbanker an ihrem Comeback arbeiten

Die Inflation hat Jay Powells Fed, Christine Lagardes EZB und viele andere Notenbanken entzaubert. In dieser Woche treffen sich die Allmächtigen der Weltfinanzmärkte in Jackson Hole. Wie sie gegensteuern wollen und wie sich Privatanleger auf die neue Situation einstellen können.
aus manager magazin 9/2022
Kampf gegen die Zweifel: EZB-Chefin Christine Lagarde betont bei jeder Gelegenheit, dass die Notenbank wieder stabile Preise erreichen werde

Kampf gegen die Zweifel: EZB-Chefin Christine Lagarde betont bei jeder Gelegenheit, dass die Notenbank wieder stabile Preise erreichen werde

Foto: Thomas Pirot / DER SPIEGEL

Starökonom Mohamed El-Erian (64) nennt es den "Tag der Abrechnung": Am 10. Juni um 8.30 Uhr vermeldeten Amerikas Statistiker die höchste Inflation seit mehr als 40 Jahren. Eine bittere Nachricht für die Amerikaner, aber noch bitterer ist die Erkenntnis hinter den News: Die Zentralbanker der amerikanischen Notenbank, der Fed, haben ihre Deutungshoheit verloren, mit der sie jahrzehntelang den Weltfinanzmarkt beherrschten.

El-Erian, Präsident des Queen's College in Cambridge und Chefberater der Allianz, war einer der wenigen Ökonomen, die den erneuten Anstieg der Preise (8,6 Prozent für Mai) hatten kommen sehen. Entsprechend überrascht reagierten die Märkte, die Kurse stürzten. Fed-Chef Jay Powell (69) musste hektisch nachbessern und erhöhte die Zinsen um gleich 0,75 Prozentpunkte, unerwartet kräftig.

Unerwartet, dieses Wort darf im Sprachgebrauch von Notenbankern eigentlich nicht vorkommen. Aber auch andernorts wurden die Währungshüter kalt erwischt. Die Briten reagierten. Zum ersten Mal seit 15 Jahren hob die Schweizerische Nationalbank ihren Leitzins an. Und Christine Lagarde (66), Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB) berief eine außerordentliche "Ad-hoc"-Schalte des EZB-Rats ein – obwohl der eben erst ausführlich diskutiert hatte.

Zwei Tage lang, just vor dem 10. Juni, hatten die Euro-Hüter in Amsterdam zusammengesessen, um ihren Fahrplan für eine langsame "Reise" (Lagarde) zu höheren Zinsen zu verabreden. Nach den Meldungen aus den USA trommelte die Französin ihre Runde aus einem Londoner Hotelkeller per Video erneut zusammen, um eine Notfallbotschaft zu formulieren: Angesichts der "aktuellen Marktlage" werde man das geplante Finanztool zur Stabilisierung der Anleihemärkte jetzt "zügiger" entwickeln.

Nur wenig später, beim nächsten Zinsentscheid im Juli, war dann für alle sichtbar, dass Lagardes langsame Reise zu einer Hetzjagd werden könnte. Die Euro-Inflation steuerte auf einen neuen Rekord von 8,9 Prozent zu. Statt um 25 erhöhte die EZB den Zins um – ebenfalls unerwartete – 50 Basispunkte. Es war die erste Erhöhung seit über zehn Jahren, der Sprung aus den Minuszinsen.

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