Nach anderthalb Jahren Ex-Wirecard-Chef Braun bleibt in Haft

Ex-Wirecard-Chef Markus Braun muss weiter in Untersuchungshaft bleiben. Ein Gericht verweigerte bei einem Haftprüfungstermin seine Freilassung.
Seit anderthalb Jahren hinter Gittern: Ex-Wirecard-Chef Markus Braun bleibt in Untersuchungshaft

Seit anderthalb Jahren hinter Gittern: Ex-Wirecard-Chef Markus Braun bleibt in Untersuchungshaft

Foto: Fabrizio Bensch / dpa

Der frühere Wirecard-Vorstandschef Markus Braun (52) kommt auch nach eineinhalb Jahren Untersuchungshaft nicht auf freien Fuß. Der 2. Strafsenat des Oberlandesgerichts München ordnete am Mittwoch die Fortdauer der U-Haft an, wie das Gericht mitteilte.

Braun und zwei Ex-Vorstände des Unternehmens waren im Juli 2020 festgenommen worden. Wirecard hatte Ende Juni Insolvenz 2020 angemeldet. Der Zahlungsdienstleister soll jahrelang seine Bilanzen gefälscht haben. Insgesamt 1,9 Milliarden Euro, die auf Treuhandkonten in Asien liegen sollten, sind nicht auffindbar.

Die Staatsanwaltschaft München wirft Braun und anderen Wirecard-Führungskräften vor, wie eine kriminelle Bande agiert und Banken sowie Investoren mithilfe manipulierter Bilanzen um drei Milliarden Euro geprellt zu haben.

Haftprüfungen finden im Turnus von drei Monaten statt. In Haftsachen sind Staatsanwaltschaften angehalten, ihre Ermittlungen zügig durchzuführen und nach Möglichkeit auch abzuschließen, damit die Beschuldigten nicht unnötig lang ohne Urteil im Gefängnis sitzen. Doch kommt es in komplexen Strafverfahren immer wieder vor, dass die Untersuchungshaft sehr lang dauert.

cr/dpa-afx, AFP
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