Striktes Kostenmanagement, steigende Dividende DWS steigert Gewinn und erfreut die Deutsche Bank

Finanzchefin Claire Peel hat bei der DWS ein strenges Kostenmanagement geführt - auch deshalb kletterte der Gewinn trotz fallender Erträge. Die Deutsche Bank darf sich über eine steigende Dividende freuen.
Kosten im Griff: Der gestiegene Nettogewinn der DWS geht auch auf das Kostenmanagement von Finanzchefin Claire Peel zurück

Kosten im Griff: Der gestiegene Nettogewinn der DWS geht auch auf das Kostenmanagement von Finanzchefin Claire Peel zurück

Foto: Bloomberg via Getty Images

Die Deutsche-Bank-Tochter DWS hat im vergangenen Jahr mehr Geld von Investoren eingesammelt als erwartet. Dem Vermögensverwalter flossen rund 30 Milliarden Euro von Investoren zu, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Das war mehr als das Jahr davor und deutlich mehr, als Experten erwartet hatten. Die DWS verwaltet jetzt Vermögen in Rekordhöhe von 793 Milliarden Euro.

Der bereinigte Gewinn vor Steuern legte um 3 Prozent auf 795 Millionen Euro zu. Nach Steuern zog der Gewinn um 9 Prozent auf 558 Millionen Euro an, was auch dem strengen Kostenmanagement zu verdanken ist. Die DWS ist für die Deutsche Bank, die knapp 80 Prozent an ihrer Tochter hält, dank der steigenden Dividende eine wichtige Stütze auf dem Weg zurück in die schwarzen Zahlen. Die Erträge der DWS rutschten zwar um 6 Prozent auf 2,24 Milliarden Euro ab, was aber auch auf einen Sondereffekt im Jahr 2019 zurückzuführen ist. Die Managementgebühren blieben stabil.

"2020 war für die DWS ein weiteres sehr gutes Jahr", sagte DWS-Chef Vorstandschef Asoka Wöhrmann. "Unser strikter Fokus auf das Kostenmanagement hat sich ausgezahlt. Wir haben unsere bereinigte Kostenbasis 2020 um 11 Prozent gesenkt und damit unser Ziel einer bereinigten Aufwand-Ertrags-Relation von unter 65 Prozent nachhaltig erreicht", ergänzte Finanzchefin Claire Peel laut Mitteilung . Die DWS werde daher die Dividende, von der hauptsächlich die Deutsche Bank profitiert, um 14 Cent auf 1,81 Euro erhöhen.

Investitionen in das Geschäft mit ETF

Jetzt will die Gesellschaft verstärkt in Wachstum investieren - etwa in das Geschäft mit ETF, wo die DWS laut Mitteilung führender Anbieter in Europa werden will. Dabei sollen auch Zukäufe helfen, teilte der Vermögensverwalter am Donnerstag mit. Mehr als die Hälfte der neuen Anlegergelder von 30 Milliarden Euro flossen im vergangenen Jahr in ETFs.

Die DWS hat sich seit Jahren auf die Fahnen geschrieben, zu den zehn größten Vermögensverwaltern der Welt aufzusteigen. Ohne größere Übernahmen ist dieses Ziel unerreichbar. Wöhrmann setzt vor allem auf Asien - dort soll DWS wachsen, hatte er angekündigt.

Der Mutterkonzern Deutsche Bank hatte am Morgen den ersten Konzernjahresgewinn seit dem Jahr 2014 ausweisen können. Das gute Abschneiden verdankt die Bank vor allem ihren Kapitalmarktgeschäft und dem Investmentbanking. Laut Vorstandschef Christian Sewing will die Bank auch im laufenden Jahr schwarze Zahlen schreiben. "Wir streben natürlich für 2021 einen Gewinn an."

rei/Reuters/DPA
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