Starke Nachfrage Deutsche kaufen Krügerrand wie im Wahn

Der Krügerrand ist die am meisten gehandelte Goldmünze der Welt - und ist in Deutschland besonders gefragt. Der Absatz boomt gerade in Krisenzeiten. Doch es gibt viele Einflussfaktoren, die den Goldpreis beeinflussen, warnt der Bankenverband.
Bei Deutschen beliebt: Krügerrand-Goldmünze

Bei Deutschen beliebt: Krügerrand-Goldmünze

Foto: Armin Weigel/dpa

Südafrikas Krügerrand-Goldmünze dürfte das Jahr nach Angaben der Vermarktungsgesellschaft Prestige Bullion mit einem neuen Exportrekord beenden. "In den vergangenen zwölf Monaten bis Ende November sind über 700.000 Feinunzen in den Export gegangen - mehr als 80 Prozent davon nach Deutschland", sagte Richard Collocott, Marketingdirektor des am Rande von Johannesburg gelegenen Unternehmens.

Eine derartige Nachfrage habe es seit mindestens drei Jahrzehnten nicht gegeben. "Wir hatten eine sehr steile Export-Nachfrage", sagte Collocott. Den Export-Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre gab er mit knapp 450.000 Feinunzen an. Eine Feinunze entspricht 31,1 Gramm.

Gold

Der Goldkurs kannte im Coronakrisen-Jahr 2020 nur noch den Weg nach oben – und erreichte im August mit 2021 Dollar je Feinunze seinen vorläufigen historischen Höchststand. Derzeit notiert die Feinunze Gold bei rund 1792 Dollar, nachdem sie im April zwischenzeitlich auf unter 1700 Dollar gerutscht war. Davon profitierte auch der Deutschen beliebteste Goldmünze, die vor mehr als einem halben Jahrhundert erstmals auf den Markt kam. Der Krügerrand mit mehr als 60 Millionen Exemplaren gilt als meist gehandelte Goldmünze der Welt.

Gold gilt seit jeher als krisensichere Anlage. Den Ruf behält Gold auch in Zeiten steigender Inflation. Im ersten Halbjahr 2021 seien in Deutschland mehr als 90 Tonnen an Barren und Münzen umgesetzt worden, sagt der Geschäftsführer der Fachvereinigung Edelmetalle, York Tetzlaff, unter Berufung auf Daten des World Gold Councils. "Das war der höchste Umsatz seit zwölf Jahren, weltweit wurde nur in China mehr Gold nachgefragt." Im dritten Quartal sei der Umsatz erneut angestiegen: Mit 33,7 Tonnen erreichte der Umsatz den höchsten Quartalswert seit 2011. "Der Rekord vom vergangenen Jahr mit 157 Tonnen könnte 2021 noch übertroffen werden. Damit hätten wir zwei Absatzrekordjahre in Folge", so Tetzlaff.

Veräußerungsgewinne nach einem Jahr steuerfrei

Ein Vorteil des Edelmetalls: Der Kauf von Gold zu Anlagezwecken ist nicht nur mehrwertsteuerfrei, sondern nach einer Haltefrist von mindestens einem Jahr sind Veräußerungsgewinne beim Verkauf von Goldbarren und Goldmünzen grundsätzlich auch steuerfrei.

Der Bankenverband warnt allerdings, trotz des Rufs als "sicherer Hafen" könne man bei Gold nicht von einer stabilen Preisentwicklung ausgehen. Wichtige Einflussfaktoren seien der Euro-Dollar-Wechselkurs, der Ölpreis und das politische Umfeld. "Zudem bringt Gold keine regelmäßigen Erträge, die Rendite ist nur aus einem steigenden Goldpreis zu erzielen", heißt es beim Bankenverband.

Der Preis für das Edelmetall kann mitunter auch kräftig einknicken: Im Jahr 2013 brach der Goldpreis um rund 30 Prozent ein und markierte damit den größten Verlust in drei Jahrzehnten. Ein wesentlicher Grund für den Preisverfall in jenem Jahr war das Abflauen der Finanzkrise, die die Anleger zuvor in die viel zitierten "sicheren Häfen" getrieben hatte.

rei/DPA
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