Hanno Berger Cum-Ex-Pate muss Auslieferung nach Deutschland fürchten

Steueranwalt Hanno Berger gilt als Mastermind der betrügerischen Cum-Ex-Geschäfte, mit denen der deutsche Fiskus jahrelang um Milliarden an Steuereinnahmen gebracht wurde. Ein Gericht in der Schweiz ließ eine mögliche Auslieferung Bergers nach Deutschland nun näher rücken.

Ein Schweizer Gericht hat die Beschwerde von Hanno Berger gegen eine Auslieferung nach Deutschland zurückgewiesen. Berger, der als eine der Schlüsselfiguren im Cum-Ex-Steuerskandal gilt, sitzt seit dem Sommer in der Schweiz in Auslieferungshaft. Er kann nach der am Mittwoch veröffentlichten Entscheidung der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts allerdings noch vor das Bundesgericht ziehen. Bergers Anwalt war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Der Steueranwalt und vormalige Finanzbeamte Berger hatte sich vor fast neun Jahren nach der Durchsuchung seiner Frankfurter Kanzlei nach Graubünden abgesetzt. Berger gilt für die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt als geistiger Vater des Betrugssystems, mit dem sich Investoren eine einmal gezahlte Kapitalertragsteuer auf Aktiendividenden zweimal vom Finanzamt erstatten ließen. Dazu verschoben sie um den Stichtag für die Auszahlung der Dividende herum untereinander Aktien mit ("cum") und ohne ("ex") Dividendenanspruch. Berger hat die Vorwürfe stets bestritten und erklärt, das Vorgehen sei ein legales Steuersparmodell.

Die Cum-ex-Affäre um die Warburg-Bank

Millionen Euro aus Cum-ex-Geschäften wollte die Stadt Hamburg der Hamburger Privatbank M.M. Warburg erlassen. Wenn es nach den Verantwortlichen um SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz und Hamburgs SPD-Bürgermeister Peter Tschentscher geht, war das alles ganz normaler Behördenalltag. Ob das stimmt, untersucht in Hamburg derzeit ein Parlamentarischer Untersuchungsausschuss. Das manager magazin hat mehr als 20.000 Seiten Akten zu dem Fall eingesehen – hier finden Sie alle wichtigen Informationen.

Zur Themenseite "Cum-ex und Warburg"

Zahlreiche Finanzinstitute sind wegen Cum-Ex-Geschäften ins Visier der Ermittler geraten. Durch Cum-ex-Geschäfte soll dem deutschen Fiskus ein Milliardenschaden entstanden sein.

cr/Reuters

Mehr lesen über

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.