Montag, 26. August 2019

Container als Geldanlage Big-Blackbox-Business

Vorsicht beim Containerkauf: Was Anleger beachten müssen
DPA

9. Teil: Weshalb die Bafin wegschaut

Von Beust ist Aufsichtsrat von Boxdirect sowie der für den Vertrieb der Container an Anleger auserkorenen CH2 AG und war als solcher mit der Containerversteigerung in Berührung. "Es ist richtig, dass ein unterlegener Mitbewerber versucht hat auf mich einzuwirken, das Geschäftsmodell von Boxdirect zu konterkarieren", so von Beust zu manager magazin online. "Dies geschah telefonisch und per Mail."

Bemerkenswert dabei: Der "Mitbewerber", der sich bei von Beust beschwerte, stellte den Ankauf des Portfolios offenbar moralisch in Frage. Vermutlich spielte er damit darauf an, dass es sich um Container aus Fonds handelte, und dass die Anleger dieser Fonds, die allerdings parallel auch verlustreich in Schiffe investiert hatten, nach der Liquidierung ein erhebliches Minus verzeichnen würden.

Ex-Politiker von Beust jedenfalls empfand dieses "moralische Infragestellen" ausgerechnet von jemandem, der sich selbst um das Portfolio bemüht hatte, nach eigenen Angaben als "besonders skurril".

Container können lohnendes Investments sein

Anleger, die sich mit dem Gedanken tragen, einen Container zu erwerben, dürfte an der Geschichte vor allem interessieren, dass wiederum Boxen aus geschlossenen Fonds ins Direktinvestment geschleust werden. Gegenüber manager magazin online betont CH2-Chefin Antje Montag, dass sei zu einem "marktgerechten Preis" geschehen.

Ansonsten bleibt den Investoren eine wenig hilfreiche Erkenntnis: Vieles spricht dafür, dass der Kauf eines Containers ein lohnendes Investment sein kann. Allerdings unterscheiden sich die Offerten am Markt offensichtlich erheblich voneinander, und damit wohl auch die damit verbundenen Risiken.

Aktuelle Container-Investmentofferten
Anbieter Produkt / Containertyp Kaufpreis Miete* kalkulierter Rückkaufpreis Laufzeit (Jahre) Mindest-abnahme (Stück)
Buss Capital "Buss Container 35", 20-Fuß-Standard, neu 2300 Dollar 0,55 Dollar 1960 Dollar 3 4
CH2 "No. 112", 40-Fuß-High-Cube, gebraucht 2380 Euro 0,6562 Euro 1690 Euro 5 3
Magellan "DI2014-02001", 40-Fuß-High-Cube, neu 3890 Euro 1,34 Euro 2620 Euro 5 2
P&R "Nr. 283", 20-Fuß-Standard, neu 2600 Euro 0,68 Euro 1850 Euro 5 4**
Solvium "Protect 4", 40-Fuß-High-Cube, gebraucht 4000 Euro 0,48 Euro 4000 Euro 3, 5
oder 7
keine
*pro Tag und Container
**für Neukunden
Wie das Chancen-Risiko-Verhältnis im Einzelfall aussieht, können Anleger aber kaum richtig beurteilen. Dazu müssten die Anbieter der Container mehr Informationen geben, was sie seit Jahren nicht tun.

Abhilfe schaffen könnte möglicherweise der Gesetzgeber. Bisher geriet das Container-Direktinvestment nicht in den Fokus von Anlegerschutz, Regulierung und Finanzaufsicht. Denn formell handelt es sich nicht um eine Kapitalanlage, sondern um einen Sachwertkauf, ähnlich dem Erwerb einer Immobilie.

Sollte der Markt jedoch weiter so kräftig wachsen wie zuletzt, dürfte auch Berlin bald ein Auge darauf haben. Dass das wiederum kein Allheilmittel ist, zeigen allerdings die Anlageskandal der jüngeren Vergangenheit.

Vorsicht beim Containerkauf: Worauf Anleger achten sollten

© manager magazin 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung