Samstag, 17. August 2019

Container als Geldanlage Big-Blackbox-Business

Vorsicht beim Containerkauf: Was Anleger beachten müssen
DPA

3. Teil: Warum Analysten alle Anbieter schlecht finden - bis auf einen

Tatsächlich veröffentlichte die Firma von Peter Kastell zuletzt innerhalb kurzer Zeit sogenannte "Kompaktanalysen" zu allen bekannten Anbietern von Container-Direktinvestments, mit Ausnahme der in Hamburg ansässigen Buss Capital. Und alle diese Analysen, die manager magazin online vollzählig vorliegen, kommen zu einem ausgesprochen negativen Ergebnis.

Zudem gibt es von Fondsmedia eine übergreifende Abhandlung, in der sämtliche Anbieter beleuchtet werden. Auch hier kommen die Unternehmen alles andere als gut weg - abgesehen wiederum von Buss Capital, das als einziges Haus die Prädikate "positiv" und "exzellent" erhält.

Den naheliegenden Verdacht, Buss Capital könnte Fondsmedia instrumentalisiert haben, um die Konkurrenz zu beschädigen, weisen beide Unternehmen zurück. "Buss ist nunmal der einzige Anbieter mit nachvollziehbaren wirtschaftlichen Ergebnissen", so Kastell. Das bedeute aber nicht, das Unternehmen sei "supertoll". Nach Angaben des Fondsmedia-Chefs soll auch eine Containerkauf-Offerte von Buss Capital in Kürze analysiert werden.

Das Geschäft ist intransparent

Wie das aussehen wird, ist absehbar: Die Analysten rechnen mit laut Fondsmedia realen Marktdaten vor, wie ein Containerkauf auf dem Papier aussehen könnte, und stellen dies den Kalkulationen der Anlagefirmen gegenüber. Dabei kommen sie zum Teil zu erheblichen Abweichungen - und stellen Mutmaßungen darüber an, was das wohl bedeuten könnte.

Nach Ansicht von Fondsmedia handelt es sich dabei um hilfreiche Informationen. Die Anbieter der Container-Investments sehen das jedoch ganz anders. Ein Manko, so ein Betroffener im Gespräch mit manager magazin online, sei beispielsweise, dass Fondsmedia mit falschen Zahlen rechne, zu holzschnittartig vorgehe und zahlreiche Einflussfaktoren nicht in die Kalkulation einbeziehe.

Außenstehende, die den Streit verfolgen, können sich da nur wundern. Doch einfach abtun sollten Anleger die Sache nicht. Denn ganz gleich, ob Fondsmedia im Einzelfall richtig rechnet oder nicht, entscheidend ist: Die Analysegesellschaft macht auf einige Probleme aufmerksam, die dem Geschäft mit Container-Investments anhaften.

Zunächst mal ist diese Anlageform keineswegs so simpel, wie es auf den ersten Blick scheint, und auch nicht so risikolos. Entgegen dem ersten Anschein ist längst nicht Container gleich Container. Ist die Box neu oder gebraucht? Ist sie vermietet und wenn ja, an wen? Hat sie die traditionelle Länge von 20 Fuß, oder die inzwischen gebräuchlichere von 40? Ist es überhaupt ein gewöhnlicher Standardcontainer, oder eine Spezialform, beispielsweise für den Offshore-Einsatz zur Belieferung von Bohrinseln? Und wer kümmert sich überhaupt darum, dass die Stahlkiste auch einen Nutzer findet?

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