Freitag, 23. August 2019

Container als Geldanlage Big-Blackbox-Business

Vorsicht beim Containerkauf: Was Anleger beachten müssen
DPA

2. Teil: Stärkere Kontrolle für geschlossene Fonds - aber nicht für Container-Investments

Regulierung treibt Emittenten zu Container-Investments

Die Anlagefirmen reagieren damit nicht nur auf die Nachfrage ihrer Kunden, sondern auch auf die Regulierung eines großen Teils des grauen Kapitalmarktes im vergangenen Jahr. Wer einen geschlossenen Fonds auflegen will, muss sich seit Mitte 2013 mit einer stärkeren Kontrolle durch die Finanzaufsicht Bafin herumschlagen. Für Anbieter von Container-Direktinvestments gilt das jedoch nicht - sie fallen nicht unter das neue Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB), das 2013 in Kraft trat.

Die Folge: Emissionshäuser haben in dieser Marktnische weiterhin leichteres Spiel. Und sie haben eine gute "Story", mit der sie ihre Klientel für das Anlageprodukt begeistern können: Der Container befinde sich weiter auf dem Vormarsch. Nach wie vor werden immer mehr Güter in den praktischen Standardkisten transportiert, weshalb auch mehr und mehr Behälter benötigt werden.

Aktuelle Container-Investmentofferten
Anbieter Produkt / Containertyp Kaufpreis Miete* kalkulierter Rückkaufpreis Laufzeit (Jahre) Mindest-abnahme (Stück)
Buss Capital "Buss Container 35", 20-Fuß-Standard, neu 2300 Dollar 0,55 Dollar 1960 Dollar 3 4
CH2 "No. 112", 40-Fuß-High-Cube, gebraucht 2380 Euro 0,6562 Euro 1690 Euro 5 3
Magellan "DI2014-02001", 40-Fuß-High-Cube, neu 3890 Euro 1,34 Euro 2620 Euro 5 2
P&R "Nr. 283", 20-Fuß-Standard, neu 2600 Euro 0,68 Euro 1850 Euro 5 4**
Solvium "Protect 4", 40-Fuß-High-Cube, gebraucht 4000 Euro 0,48 Euro 4000 Euro 3, 5
oder 7
keine
*pro Tag und Container
**für Neukunden
Die Lieblingsgrafik der Anbieter von Container-Investments zeigt daher die Entwicklung des Containerumschlags weltweit. Der Chart verläuft auf lange Sicht schräg nach oben. Wer ihn gesehen hat, so vermutlich das Kalkül, kann gar nicht anders, als sofort einen Kaufvertrag zu unterzeichnen.

Tatsächlich zeigt die Recherche von manager magazin online, dass Privatleute mittlerweile Jahr für Jahr einen Milliardenbetrag in dieses Segment stecken (siehe Tabelle links). Zwar muss wegen der kurzen Laufzeit der Investments jedes Jahr eine recht hohe Quote an Wiederanlagen berücksichtigt werden. Dennoch: Anders als beim Geschäft mit geschlossenen Fonds, das seit einiger Zeit an Schwindsucht leidet, ist die Tendenz bei den Container-Anlagen eindeutig steigend (siehe Grafik links). Wer den Bereich in den Fondsmarkt einbezieht, kommt bereits auf einen zweistelligen Marktanteil.

Ein rosiges Bild also - doch wie passt da der Dissens zwischen Fondsmedia und P&R hinein? Oder zwischen Fondsmedia und CH2 oder Solvium, zwei weiteren Anbietern von Container-Investments, die von den Analysten in ähnlicher Weise wie P&R verrissen wurden.

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