Nächste Krypto-Pleite Krypto-Verleiher Celsius Network meldet Insolvenz an

Vor einem Monat sorgte Celsius Network für Aufsehen, weil es im Krypto-Crash die Bestände seiner Anleger einfror. Jetzt folgt der nächste Schock: Celsius hat in New York Insolvenz angemeldet.
Opfer des Krypto-Crashs: Celsius Network ist insolvent

Opfer des Krypto-Crashs: Celsius Network ist insolvent

Foto: DADO RUVIC / REUTERS

Die Schieflage hatte sich bereits abgezeichnet, jetzt wird es für Celsius Network ernst: Die US-Firma, die als Verleiher von Kryptowährungen agiert, hat in New York Insolvenz angemeldet. Medienberichten zufolge stellte das Unternehmen den Antrag nach Kapitel 11 (Chapter 11) des US-Insolvenzrechts bei einem Gericht im Süden der US-Metropole. Celsius habe dabei Gerichtsunterlagen zufolge Vermögenswerte sowie Schulden in der Größenordnung von einer bis zehn Milliarden Dollar angegeben, so die Nachrichtenagentur Reuters.

Celsius Network hatte sich als einer der größten Krypto-Verleiher am Markt positioniert. Diese Unternehmen nehmen Krypto-Bestände von Anlegern entgegen, denen sie dafür attraktive feste Verzinsungen bieten. Auf der anderen Seite verleihen Unternehmen wie Celsius die ihnen überlassenen Bitcoins und Co. gegen Gebühren an Großinvestoren, die damit Geschäfte machen.

Durch den Markteinbruch, den Kryptowährungen wie auch andere Risiko-Assets in den vergangenen Wochen erlebt haben, ist Celsius in Schieflage geraten. Wie das "Wall Street Journal"  berichtet, hatte das Unternehmen offenbar allzu riskant agiert, mit hohen Renditeversprechen an die Anleger und einer geringen Marge für Celsius selbst. Das wurde der Krypto-Firma offenbar zum Verhängnis.

Dabei kommt die Pleite nicht überraschend: Celsius hatte bereits vor einigen Wochen Auszahlungen an Anleger eingefroren. Davon waren auch Kunden des Berliner Start-ups Nuri betroffen, das Gelder an Celsius weitergeleitet hatte . Es ist zudem nicht die erste Insolvenz im Zuge des jüngsten Einbruchs am Krypto-Markt. Vor einer Woche meldete auch der Celsius-Konkurrent Voyager Digital Insolvenz an. Ein weiteres prominentes Beispiel ist der Hedgefonds Three Arrows Capital, der sich seit Anfang Juli ebenfalls in einem Insolvenzverfahren befindet. Allein durch die Schieflage dieses Milliardenfonds gerieten mehrere weitere Unternehmen am Krypto-Markt in Schwierigkeiten. Laut "WSJ" hatte Celsius Krypto-Werte im Volumen von 650 Millionen Dollar an Three Arrows verliehen und nicht zurückbekommen.

Celsius wurde 2017 von Alex Mashinsky gegründet. Laut "WSJ" wurde das Unternehmen bei der letzten Finanzierungsrunde im Herbst 2021 mit mehr als drei Milliarden Dollar bewertet. Im Mai verfügte die Plattform der Zeitung zufolge über Vermögenswerte von 11,8 Milliarden Dollar. Im Oktober des Vorjahres waren es noch 15 Milliarden Dollar gewesen.

Mit der Insolvenz nach Kapitel 11 des US-Insolvenzrechts verschafft sich Celsius zumindest theoretisch die Chance auf eine Sanierung und Rettung. Chapter 11 verschafft Schuldnern einen zeitlich begrenzten Schutz vor ihren Gläubigern, um sich zu reorganisieren. In der Regel wird zusammen mit den Gläubigern ein Sanierungskonzept erarbeitet, das vom Insolvenzgericht geprüft wird. Das Verfahren hat aber auch Kritiker, die der Ansicht sind, der Schutz vor den Gläubigern verschaffe insolventen Unternehmen einen übermäßigen Vorteil gegenüber der Konkurrenz .

cr
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