Samstag, 25. Januar 2020

Geheimnisvolle schwarze Liste So kämpfen Pharma-Firmen gegen Investoren wie Bill Ackman

Bill Ackman: Deutliche Worte und noch deutliche Taten sind das Metier des aktivistischen Investors. Das hat ihm nicht nur Freunde eingebracht.

Bill Ackman oder Carl Icahn haben sich als Investoren nicht immer beliebt gemacht. Immerhin nutzen sie ihre Beteiligungen an Unternehmen, um den betreffenden Firmen gewaltig Druck zu machen. Ackman beispielsweise erhöhtelaut "Bloomberg" zuletzt seinen Anteil an Valeant auf 9,9 Prozent, meldete sein Anlagevehikel Pershing Square am Montag. Die Aktie hinkt hinter dem Markt hinterher - ein Paradeszenario für aktivistische Investoren wie Ackmann.

Icahn wiederum machte zuletzt seinem Investment AIG, seines Zeichens größte nordamerikanische Versicherung, den Vorschlag, das ganze Unternehmen doch bitte in drei Teile zu spalten. Kein Wunder also, wenn Firmen darüber nachdenken, wie sie solcher Investoren Herr werden. Mit einer schwarzen Liste glauben einige nun die Lösung gefunden zu haben. Einer schwarzen Liste - und einem juristischen Kunstgriff.

Concordia Healthcare zum Beispiel nickte den Einstieg des Private-Equity-Investors Cinven erst ab, immerhin eine 14-Prozent-Beteiligung, nachdem eine ganz besondere Klausel in den Vertrag verhandelt wurde. Sie untersagt es Cinven, die Anteile an gut 60 Investoren zu verkaufen oder zu transferieren, die auf einer Liste aktivistischer Anleger stehen. Darunter die Firmen von Bill Ackman, Carl Icahn und Dan Loeb, so schreibt "Bloomberg" unter Berufung auf die US-Wertpapieraufsicht SEC.

Und Condordia zog offenbar noch ein weiteres Sicherungsnetz ein: Denn das Veräußerungsverbot erstreckt sich auch auf die Liste der SharkWatch 50, wo von FactSet Research Systems die weltweit 50 größten aktivistischen Investoren aufgeführt werden. Die Liste ist allerdings nur zahlenden Kunden zugänglich.

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Ein juristischer Schutzwall gegen Icahn & Co - der darüber hinaus offenbar in aller Stille hochgezogen wurde. "Davon habe ich noch nie gehört", sagte zum Beispiel Stephen Griggs, seines Zeichens Geschäftsführer von Smoothwater Capital, einem ebenfalls aktivistischen Investor, der in der Concordia-Vereinbarung allerdings nicht erwähnt wird, wie "Fondsprofessionell" berichtet.

Auch drei weitere aktivistische Investoren erklärten, ohne ihre Namen enthüllen zu wollen, dass sie davon keine Ahnung hätten.

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