Samstag, 14. Dezember 2019

Herausforderer der Banken Die drei Chancen der deutschen Fintechs

Raus mit uns aus der EU: Diese Stimmung scheint in Großbritannien nahezu ebenso stark zu sein wie das "Wir bleiben"-Gefühl
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Raus mit uns aus der EU: Diese Stimmung scheint in Großbritannien nahezu ebenso stark zu sein wie das "Wir bleiben"-Gefühl

3. Teil: Option 1 - Marktführer werden

Facebook: The winner takes it all ...

Die Chance, von der alle Wettbewerber träumen, ist es, das Google der Finanzen zu werden, das Facebook der Investoren. Beiden Tech-Unternehmen ist es gelungen, in der öffentlichen Wahrnehmung für ein ganzes Segment zu stehen und ihre jeweilige Konkurrenz damit hinter sich zu lassen.

Keine einfache Ausschreibung. Denn nicht allein die Qualität des Angebots dürfte dafür maßgebend sein, sondern auch das Glück, beispielsweise Geldgeber mit tiefen Taschen zu finden. Interesse wie Geld sind da. Allein im ersten Quartal 2016 wurden weltweit 5,7 Milliarden Dollar in Fintechs investiert, notiert "redherring".

4,9 Milliarden stammten dabei von den Venture-Capital-Fonds (VC). Das entspricht nahezu einer Verdopplung im Vergleich des ersten Quartals des Vorjahres. Doch es folgen zwei "aber". Denn zum einen fußt diese Steigerung vor allem auf drei mega-Deals. Zum anderen floss der Löwenanteil des Geldes an amerikanische und chinesische Unternehmen. Für Europa blieben nur 300.000 Millionen Dollar übrig.

Ohne die finanzielle Unterstützung der Risikokapitalgeber indes wird es deutlich schwieriger für Fintechs, in Deutschland und Europa zu punkten und zu wachsen. Zumal der Markt selbst nicht ohne Gefahren ist.

Beispielsweise bei den Robo-Beratern, die Endkunden dank geschickter Programmierung bei der Geldanlage helfen wollen. Diese Unternehmen lassen offenbar viel potentielles Geschäft liege, barmt Matthias Hübner, Partner bei der Unternehmensberatung Oliver Wyman. Weil sie eben nur auf das Geld der Privatinvestoren schauen, statt den Blick zu weiten und auch auf die Profianleger zu richten.

Deswegen würden auch nur zwei oder drei der zwischen 30 und 40 aktiven Unternehmen dieser Gattung überleben. Zumal die Deutschen einmal mehr in Sachen Technologie eher skeptisch zu sein scheinen.

Nur zwölf Prozent der Bevölkerung nutzten in den vergangenen sechs Monaten ein Fintech-Produkt, zeigt eine Studie vom Ernst & Young. Der internationale Schnitt liegt bei 16 Prozent. In so einem widerwilligen Umfeld zu reüssieren, braucht also Geduld - und eben auch Geld.

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