Online-Streaming Blackstone investiert eine Milliarde in Musik-Rechte

Das Geschäft mit Musik-Streaming und Musik-Rechten boomt. Der US-Investor Blackstone steigt mit einer Milliarde Dollar bei Hipgnosis Song Management ein. Dessen Besitzer, der Musikmogul Merck Mercuriadis, will Songs als eigene Anlageklasse etablieren.
Merck Mercuriadis: Der Musikmogul hat schon etliche namhafte Künstler unter Vertrag gehabt und will Songs beziehungsweise die Rechte daran als feste Anlageklasse etablieren

Merck Mercuriadis: Der Musikmogul hat schon etliche namhafte Künstler unter Vertrag gehabt und will Songs beziehungsweise die Rechte daran als feste Anlageklasse etablieren

Foto: Matt Winkelmeyer / Getty Images

Blackstone entdeckt für sich das Geschäft mit Musikrechten: Die US-Investmentgesellschaft steckt laut "Wall Street Journal"  und "Financial Times"  eine Milliarde Dollar in einen neuen Fonds von Hipgnosis Song Management (HSM). Hipgnosis kauft Songkataloge von Künstlern und verdient daran, wenn die Musik online gestreamt oder in Filmen oder Werbung verwendet wird. HSM gehört dem Musikmogul Merck Ceruriadis, der bereits zahlreiche Musikgrößen wie Elton John, Gruns N' Roses oder Beyoncé gemanagt hat.

Blackstone wollte sich den Berichten zufolge nicht dazu äußern, ob es eine Mehrheits- oder Minderheitsbeteiligung an HSM erwirbt oder zu welcher Bewertung es einkauft. Blackstone erwartet, dass es mit seinem Investment vom schnellen Wachstum des Online-Streamings profitieren wird. „Die Musikindustrie steht an der Spitze der schnell wachsenden Streaming-Ökonomie und erschließt neue Möglichkeiten, Inhalte zu konsumieren“, zitiert das WSJ Blackstone-Geschäftsführer Qasim Abbas.

Hipgnosis selbst hat sich zum Ziel gesetzt, Songs als Anlageklasse zu etablieren. Hipgnosis ging 2018 an die Börse. Im Juni besaß es die Rechte an mehr als 64.000 Songs, darunter fast 14.000 Top-Ten-Hits und gilt mit einem Bruttovermögen von umgerechnet rund 2,2 Milliarden US-Dollar als der größte in Großbritannien börsennotierte Investor in Musikkataloge und Lizenzgebühren.

Apollo gründet Investmentgesellschaft zum Kauf von Musikrechten

Das Musikrechtegeschäft zieht auch andere Investoren an: Die konkurrierende Private-Equity-Gesellschaft Apollo gab letzte Woche bekannt, dass sie die neue Investmentgesellschaft Harbourview gegründet und mit einer Milliarde Dollar zum Kauf von Musikrechten ausgestattet hat. KKR wiederum hatte sich im März mit der Bertelsmann-Musiksparte (BMG) verbündet , um Musikrechte und ganze Labels zu erwerben.

Investoren sehen Musikrechte als wachstumsstarke Chance, bei der auch alte Songs durch Streaming und Social-Media-Plattformen große Renditen erzielen können. Die Universal Music Group etwa, die im vergangenen Monat in Amsterdam an die Börse ging und mittlerweile mit rund 45 Milliarden Euro bewertet wird, verzeichnete bei ihrem Börsendebüt einen kräftigen Kursanstieg, was das Interesse der Investoren unterstreicht.

rei
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