Samstag, 21. September 2019

Hacks, Parodien, Betrüger Woran Kryptowährungen sterben


"Eine Lösung auf der Suche nach einem Problem" - im mm-Buzzword-Check für 2018 kommt die Blockchain, die Technologie hinter den meisten Kryptowährungen, nicht sonderlich gut weg. Riesige Versprechen, wenig bis kein tatsächlicher Nutzen, so lässt sich die Geschichte der Technologie bislang in etwa zusammenfassen. Ganz ähnlich kann man auch die Grafik von Statista lesen. Sie illustriert das Ende von insgesamt 934 gescheiterten Kryptowährungen. (Zum Vergleich: Coinmarketcap.com zählt aktuell gut 2100 aktive.)

Knapp drei Viertel von ihnen wurden laut Statista aufgegeben - von Handelsbörsen oder auch von ihren Entwicklern. Der zugrunde liegende Datensatz zeigt viele verschiedene Ursachen: Häufig ist es fehlende Nachfrage, aber auch neue regulatorische Einschränkungen wie in China, Südkorea oder Thailand.

Knapp ein Fünftel der verstorbenen Coins der Liste hatte sich vor ihrem Ableben derweil als Betrug entpuppt. Weil der Kryptomarkt vielerorts unreguliert ist, kommt es häufig zu kriminellen Fällen: Das Beratungsunternehmen Satis schreibt in einer Untersuchung vom Sommer 2018, dass sich rund 80 Prozent aller ICOs ("Initial Coin Offering", eine Art der Unternehmensfinanzierung, bei der neue Kryptowährungen ausgegeben werden) des Jahres 2017 als Schwindel herausgestellt hätten.

60 Coin-Projekte scheiterten hingegen, weil sie von vornherein nicht als Revolution des Geldsystems angelegt waren, sondern als Parodie - eine der bekanntesten dieser Fake-Münzen, die auf einem Internetphänomen basierende "Dogecoin", ist Anfang 2019 allerdings weiterhin im Einsatz. Verschiedene Finanzportale beziffern ihren Wert aktuell auf knapp 0,2 Cent.

luk

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