Mehr als 30 Millionen Dollar bei Tether erbeutet Hackerangriff bei Konkurrenz-Digitalwährung bremst Bitcoin

Hacker haben offenbar bei der Kryptowährung Tether 31 Millionen Dollar erbeutet. Das Sicherheitsleck ließ den Bitcoin kurzfristig wieder unter die Marke von 8000 Dollar rutschen.
Bitcoin-Illustration

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Bei dem Anbieter der Kryptowährung Tether sind 31 Millionen US-Dollar aus dem System erbeutet worden. Grund sei ein Hackerangriff, teilte Tether mit. Der Verlust drückt auf die konkurrierende Digitalwährung Bitcoin .

In der Nacht auf Dienstag fiel der Bitcoin-Kurs zeitweise um rund fünf Prozent auf knapp 7800 US-Dollar. Bis zum Vormittag erholte sich der Bitcoin etwas und notierte wieder über der Marke von 8000 Dollar. Seit Beginn des Jahres ist der Wert der Digitalwährung um etwa 800 Prozent gestiegen.

Der Digitaldevise Tether liegt ein etwas anderes Konzept als beispielsweise der bekannteste Kryptowährung Bitcoin zugrunde. Mit Tether kann Buchgeld ein- und ausgezahlt werden. Der Tether -Kurs ist dabei im Verhältnis 1:1 an den US-Dollar gekoppelt. Das soll einen einfachen Übergang von realen Währungen zu Digitalwährungen gewährleisten. Tether nutzt sogenannte Token, um seine Transaktionen auf Blockchains durchzuführen.

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Die größten Digitalwährungen: Bitcoin und die Alternativen

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Dem Branchendienst Coinmarketcap.com zufolge ist Tether mit einem Börsenwert von insgesamt 674 Millionen Dollar die Nummer 19 der insgesamt etwa 1300 Internet-Währungen. Coinmarketcap.com berechnet die Marktkapitalisierung und damit die Relevanz von Digitalwährungen.

Starke Kursschwankungen von fünf Prozent oder mehr an einem Tag sind bei Digitalwährungen eher normal als eine Ausnahme. Dies ist auch einer der Hauptkritikpunkte, die Gegner von Kryptowährungen anführen.

Sie argumentieren, als Währung seien die Digitaldevisen wegen der starken Kursschwankungen nicht zu betrachten, vielmehr als Spekulationsobjekt. Ein weiterer Kritikpunkt lautet, dass Digitalwährungen unsicher seien. Diebstähle wie der bei Tether, die immer wieder vorkommen, bestärken diese Sichtweise.

"Das Vertrauen in die Sicherheit von Cyber-Währungen wurde nicht zum ersten Mal auf die Probe gestellt", sagte Timo Emden, Deutschland-Chef des Online-Brokers DailyFX. In der Vergangenheit sei es immer wieder zu Raubzügen ähnlicher Art in noch größerem Ausmaße gekommen.

Bitcoin ist das größte und bekannteste Cybergeld. Für diese Währungen steht keine Regierung oder Zentralbank ein. Ihr Kurs wird allein durch Angebot und Nachfrage bestimmt.

Geschaffen wird das Geld von Nutzern, deren Computer dafür komplexe Algorithmen berechnen. Da Beträge schnell und anonym transferiert werden können, ist das Geld auch für Nutzer interessant, die illegale Geschäfte betreiben oder Kapitalkontrollen umgehen wollen. Gleichwohl beschäftigt sich inzwischen nahezu jede größere Bank mit dem Computergeld und der dahinter stehenden Technologie Blockchain.

Immer mehr Regierungen und Aufsichtsbehörden weltweit warnen vor dem Internetgeld, weil sie befürchten, es könnte für kriminelle Machenschaften verwendet werden.

Lesen Sie exklusiv in mm: Wie sich eine Berliner WG mit Bitcoins die Taschen voll macht


Falls Sie beim trotz der extrem starken Schwankungen beim Bitcoin-Kurs noch in den Hype einsteigen wollen - hier ein Überblick über die wichtigsten Wege, auf denen Jedermann in Bitcoins investieren kann:

Diese Möglichkeiten gibt es, in Bitcoins zu investieren

Wer sich trotz aller Vorbehalte und Warnungen in das Abenteuer Bitcoin stürzen will, hat verschiedene Möglichkeiten zum Investment:

  • Am nächstliegenden ist wohl, tatsächlich Bitcoins zu erwerben. Dabei begibt man sich sozusagen direkt ins digitale Geschehen der Kryptowährungen, abseits von Sparkassenfilialen, Bankkonten und Wertpapierdepots. Voraussetzung für den Bitcoinkauf ist ein sogenanntes Wallet, auf dem die digitale Währung gelagert, und von dem aus Transaktionen damit vorgenommen werden können. Ein Vorteil: Weil keine Banken im Spiel sind, fallen bei diesem Geschäft auch nur geringere Gebühren an. Für den Kauf von Bitcoins kommen vor allem Online-Marktplätze wie der hiesige Marktführer Bitcoin.de sowie Börsen wie CEX.IO oder Bitstamp infrage.
  • Neben dem direkten Investment in Bitcoins gibt es auch das indirekte - zum Beispiel über sogenannte CFD-Finanzvehikel. Dabei steht CFD für Contract for Difference oder Differenzkontrakt: Der Anleger setzt in dem Fall einen Betrag auf die Entwicklung des Bitcoin-Kurses in eine bestimmte Richtung, ohne dabei tatsächlich Bitcoins zu erwerben. Besonderheit: Bei CFD-Geschäften ist der Einsatz von Hebeln möglich, durch die sich die Gewinnchance, aber auch das Verlustrisiko um ein Vielfaches erhöhen. Letzteres ist auch der Grund dafür, dass diese Investmentvehikel von Anlegerschützern sowie von der Finanzaufsicht kritisch beäugt werden. Plattformen, die das CFD-Investment in Bitcoins anbieten, sind beispielsweise Etoro oder Plus500.
  • Den meisten Anlegern dürfte das Investment in Bitcoins schon riskant genug sein - da sollte über das gewählte Investmentvehikel vielleicht, wenn es sich vermeiden lässt, nicht noch ein zusätzliches Risiko ins Depot kommen. Wer so denkt, kann auch per Zertifikat auf den Bitcoin-Preis setzen. Der Vorteil: Für den Kauf dieser Zertifikate benötigen Anleger nicht eigens einen Account auf Bitcoin-Marktplätzen oder -Börsen. Ein herkömmliches Wertpapierdepot reicht dafür in der Regel aus. Erhältlich sind derzeit ein Bitcoin-Zertifikat von der Schweizer Vontobel-Bank (ISIN: DE000VN5MJG9) sowie eines vom schwedischen Anbieter XBT-Provider (ISIN: SE0007525332).
  • Ausschließlich auf das Thema Bitcoins fokussierte Investmentfonds gibt es bislang nicht. Offenbar existieren aber einzelne Fonds, die zumindest einen kleinen Teil ihrer Investments in diesem Bereich tätigen. Dazu zählt beispielsweise der Acatis Datini Valueflex Fonds (ISIN: DE000A0RKXJ4 für Klasse A und DE000A1H72F1 für Klasse B) aus dem Hause Acatis, der unter anderem in ein Bitcoin-Zertifikat investiert hat. Wie Medien kürzlich berichtet haben, bereitet zudem das Schweizer Investmenthaus Crypto Fund AG noch in diesem Jahr die Auflage eines reinen Fonds für Kryptowährungen vor .
brt/dpa/Reuters
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