Forscher rechnen vor Bitcoin-Gewinnung schadet zunehmend dem Klima

Bitcoin-Mining ist bekanntlich ein schmutziges Geschäft, weil dabei viel Strom aus fossilen Quellen genutzt wird. Forscher haben nun errechnet, wie stark die Umweltbelastung durch die Kryptowährung stetig zunimmt.
Gegenbewegung: Bitcoin-Gegner in El Salvador

Gegenbewegung: Bitcoin-Gegner in El Salvador

Foto: JESSICA ORELLANA / REUTERS

Wer auf der Suche nach einer nachhaltigen Geldanlage ist, ist beim Bitcoin falsch. Das Gewinnen der Kryptowährung wird Forschern zufolge immer energieintensiver. Oft wird das sogenannte Mining von Bitcoins mit dem Abbau von Gold verglichen. Doch laut einer neuen Studie ist das Schürfen der digitalen Münzen gemessen am Marktpreis eher so klimaschädlich wie die Gewinnung und Verarbeitung von Rohöl. Ein Forschungsteam um Benjamin Jones von der University of New Mexico in Albuquerque (USA) hat untersucht, wie hoch die durch Bitcoin-Mining verursachten Klimaschäden ausfallen und berichtet darüber im Fachmagazin «Scientific Reports».

Bitcoins werden auch als «digitales Gold» bezeichnet: Wie beim Goldbergbau müssen auch die virtuellen Münzen geschürft werden. Die Produktion basiert auf der sogenannten Blockchain-Technologie die wegen ihrer komplexen Rechenleistungen extrem viel Strom verbraucht – Tendenz steigend.

Jones und Kollegen haben nun den Energiebedarf für das digitale Schürfen berechnet. Demnach hatten die globalen Mining-Aktivitäten im Jahr 2020 einen Stromverbrauch von 75,4 Terawattstunden. Das sei mehr Energie als Österreich (69,9 TWh) oder Portugal (48,4 TWh) im selben Jahr genutzt haben.

Schätzungen der Universität Cambridge zufolge stammen etwa 61 Prozent des Stroms, der für das Schürfen von Kryptowährungen wie Bitcoin genutzt wird, aus nicht-erneuerbaren Energiequellen wie Kohle und Erdgas.

Nach Berechnungen von Jones und Kollegen gibt es einen steilen Anstieg der CO2-Emissionen pro digitaler Münze: Mit Einbeziehung der globalen Standorte von Minern sowie dem dortigen Strommix habe eine 2021 gewonnene virtuelle Münze 126-mal mehr CO2 freigesetzt als eine von 2016 – ein Anstieg von 0,9 auf 113 Tonnen CO2 pro Bitcoin in gerade mal fünf Jahren. Ein Grund sind die immer komplexer werdenden Rechenleistungen, die beim Schürfen der Bitcoins benötigt werden.

Die globalen Bitcoin-Klimaschäden von 2016 bis 2021 werden laut Studie auf insgesamt zwölf Milliarden US-Dollar geschätzt. Schließlich verglich das Team die Klimaschäden durch Bitcoins mit denen anderer Produkte. Die Schäden durch die Kryptowährung betrugen von 2016 bis 2021 laut Studie durchschnittlich 35 Prozent des Marktwerts. Dies sei ähnlich wie bei anderen klimaschädlichen Prozessen etwa bei der Rindfleischproduktion (33 Prozent) oder beim Herstellen von Benzin aus Rohöl (41 Prozent). Der Abbau von Gold produziere dagegen nur 4 Prozent seines Marktwertes an Klimaschäden.

cr/dpa
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