Ucits-Fonds von Melanion Capital Franzosen bieten erste Bitcoin-Wette mit EU-Siegel

Wertpapiere, die Anlegern die Wette auf den Bitcoin ermöglichen, gibt es bereits einige, doch bislang erfüllt keines von ihnen den hohen Regulierungsstandard "Ucits" der EU. Das ändert jetzt die französische Melanion Capital.
Krypto-Wette: Melanion Capital bringt einen Ucits-regulierten Bitcoin-Fonds auf den Markt

Krypto-Wette: Melanion Capital bringt einen Ucits-regulierten Bitcoin-Fonds auf den Markt

Foto: Dado Ruvic/ REUTERS

Als soweit bekannt erster Anbieter hat das französische Investmenthaus Melanion Capital einen Fonds kreiert, der den Preis des Bitcoins abbilden soll, und der zugleich den hohen Regulierungsstandard "Ucits" der Europäischen Union (EU) erfüllt. Wie die "Financial Times"  berichtet, hat Melanion die nötige Zulassung für den Fonds von den französischen Behörden bereits erhalten.

Der Fonds werde die Aktienkurse von bis zu 30 Unternehmen aus Bereichen wie Kryptomining oder Blockchain-Technologie verfolgen, so der Bericht. Damit will die in Paris ansässige Melanion Capital eine 90-prozentige Korrelation der Fondsentwicklung mit dem Preis des Bitcoins erreichen.

Hintergrund: Es gibt bereits eine Reihe von Zertifikaten und anderen Wertpapieren, mit denen Anleger im europäischen Raum auf den Bitcoin wetten können. Diese tragen jedoch nicht das "Ucits"-Siegel der EU. "Ucits" (oder: "Undertakings for Collective Investment in Transferable Securities") gilt in der europäischen Finanzwelt als Goldstandard der Fondsregulierung. Der Großteil der europaweit vertriebenen Investmentfonds verfügt über diesen Standard, der Anlegern ein hohes Maß an Schutz für ihr Investment bietet. So gelten ihre Anteile als Sondervermögen, auf das im Pleitefall Gläubiger der Fondsgesellschaft nicht unmittelbar zugreifen dürfen. Außerdem gibt es steuerliche Vorteile.

Ein Problem ist laut "FT", dass Aufsichtsbehörden der Ansicht sind, die bereits einige Jahre alten "Ucits"-Regeln würden ein direktes Investment solcher Fonds in Kryptowährungen ausschließen. Melanion umgeht dieses Hindernis offenbar durch das Investment in Aktien, die mit dem Bitcoin in Verbindung stehen. Ein entsprechender Aktienindex für den Fonds wird demnach vom deutschen Fintech Bita für Melanion berechnet.

So befinden sich unter den Papieren im Fonds nach Angaben der "FT" beispielsweise die Kryptominer Argo Blockchain und Riot Blockchain sowie die Investmentfirma Galaxy Digital des Investmentunternehmers Mike Novogratz (Lesen Sie hier unser exklusives Interview mit Novogratz: Die Lehren des Bitcoin-Milliardärs ).

Nach Angaben der "FT" zeigt der Melanion-Fonds auch, wie kreativ Investmenthäuser inzwischen werden, um Bitcoin-Investments auch gegen die Skepsis von Regulatoren einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. In den USA beispielsweise drängen ebenfalls bereits reihenweise Investmentfirmen auf einen Marktstart derartiger Produkte - die US-Börsenaufsicht SEC hat aber bislang keinen einzigen Bitcoin-ETF zugelassen.

cr