Netzwährung auf Höhenflug Bitcoin - das digitale Gold?


Historische Tage für Fans alternativer Geldanlagen: Der Wert der Digitalwährung Bitcoin hat Anfang März erstmals zum Goldpreis aufgeschlossen - seitdem liegen beide auf ähnlichem Niveau.

Noch vor gut zwei Jahren sah es düster für Bitcoins aus: Nachdem die digitale Währung im Jahr 2013 ein damaliges Allzeithoch von 1242 Dollar erreicht hatte, stürzte der Kurs bis Januar 2015 wieder auf unter 200 Dollar ab. Der Zusammenbruch der Bitcoinbörse Mount Gox und die extreme Volatilität des Preises hatten damals für einen Nachfragesturz gesorgt.

Nun hat sich Bitcoin erneut in alte Sphären hochgearbeitet, wie die Grafik von Statista  zeigt. Vor allem hohe Nachfrage aus China hätte die Preise zuletzt anziehen lassen, schreibt qz.com . Zudem profitiere die Digitalwährung von der Aussicht auf wirtschaftspolitisch unruhige Zeiten, die Beobachter nach dem Brexit-Votum und dem Wahlsieg Donald Trumps erwarten.

Hier drängt sich ein Vergleich zum Gold auf: Auch das Edelmetall profitiert häufig von Unruhe an den Aktien- und Anleihemärkten - zumindest laut Theorie. In Ländern wie Venezuela, schrieb zuletzt das "Handelsblatt" , habe sich die Digitalwährung bereits zu einer echten Gold-Alternative aufgeschwungen.

Wie entstehen Bitcoins?

Ein Geschäft in Hong Kong, das Bitcoin als Zahlungsmittel akzeptiert

Ein Geschäft in Hong Kong, das Bitcoin als Zahlungsmittel akzeptiert

Foto: PHILIPPE LOPEZ/ AFP

"In traditionellen Geldsystemen drucken Regierungen einfach mehr Geld, wenn sie es müssen. In Bitcoin wird Geld überhaupt nicht gedruckt", schreibt die Website "CoinDesk" , die sich auf digitale Währungen spezialisiert hat und unter anderem den in der Grafik dargestellten "Bitcoin Price Index" herausgibt.

Dies bedarf einer Erklärung: Im Gegensatz zum Zentralbanksystem oder auch Zahlungsanbietern wie PayPal fehlt dem Bitcoin-Modell ein zentraler Akteur. Damit trotzdem garantiert werden kann, dass nur mit validen Bitcoins gehandelt wird, werden alle Transaktionen von Bitcoins in einem Verzeichnis gespeichert, der Blockchain. Nur eine Bitcoin, deren Geschichte sich in der Blockchain nachvollziehen lässt, ist etwas wert.

Neue Bitcoins entstehen bei der Pflege der Blockchain: Nutzer melden Transaktionen an andere Nutzer weiter - diese können sie mit einem komplizierten kryptographischen Verfahren in sogenannten Blocks zum Verzeichnis hinzufügen. Das Besondere: Wer die Blockchain auf diese Weise erfolgreich fortschreibt, erhält als Belohnung neue Bitcoins - deren Entstehung nun ebenfalls in der Blockchain hinterlegt ist. (Eine detailliertere, lesenswerte Erklärung dieses Prozesses finden Sie bei basicthinking.de )

Wie kann man Bitcoins erwerben?

Münze mit Bitcoin-Logo

Münze mit Bitcoin-Logo

Foto: JIM URQUHART/ REUTERS

Bitcoins können auf Bitcoin-Börsen oder von anderen Nutzern der Digitalwährung erworben werden - sie werden in einer digitalen Geldbörse, Wallet genannt, gespeichert. Das Erstellen eigener Bitcoins (siehe oben) ist laut "CoinDesk" zuletzt zunehmend schwierig geworden: Weltweit arbeiten Computer an der Blockchain, um neue BitCoins zu generieren - wer dank seiner großen Rechenleistung zuerst einen Block zur Chain hinzufügen kann, gewinnt dabei die Belohnung. Normale Heimcomputer reichen in diesem Wettrennen nicht mehr aus.

Wer es indirekter mag, kann in Fonds investieren, die wiederum auf die Wertentwicklung von Bitcoins setzen - zuletzt hatte die US-Börsenaufsicht SEC allerdings die Einrichtung eines börsennotierten Bitcoin-Fonds abgelehnt . Der Preis der digitalen Währung war daraufhin zwischenzeitlich stark eingebrochen.