Milliardenbeteiligung Warren Buffett steigt beim Chip-Riesen TSMC ein

Bis auf wenige Ausnahmen mied Warren Buffett lange Zeit milliardenschwere Tech-Investments – und bereute das zuletzt. Nun kaufte sich der Aktien-Guru für gut 4,1 Milliarden Dollar beim weltgrößten Auftragshersteller für Computerchips ein.
Warnte lange Zeit vor Tech-Unternehmen: Nun weicht Warren Buffett zusehends von dieser Einschätzung ab

Warnte lange Zeit vor Tech-Unternehmen: Nun weicht Warren Buffett zusehends von dieser Einschätzung ab

Foto: Nati Harnik / AP

Die US-Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway des Milliardärs Warren Buffett (92) hat für mehr als 4,1 Milliarden Dollar Aktien des weltgrößten Auftragschipherstellers Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC) gekauft. Das berichtet die "Financial Times"  unter Berufung auf eine Mitteilung des Unternehmens.

Das Investment zählt zu den bislang wenigen großen Vorstößen von Buffett in den Technologiesektor. Der Milliardär stand dem Sektor lange kritisch gegenüber, warnte gar die Aktionäre, dass er entweder die Abläufe nicht verstehe oder nicht in der Lage sei, die Geschäfte vieler Hightech-Unternehmen zu bewerten. Mit zunehmender Reife der Techunternehmen hat sich die Einstellung des bekannten Value-Investors aber geändert. Mittlerweile bedauert Buffett laut eigenen Worten gar, dass er nicht früher in Google und Amazon investiert habe.

Apple bleibt größtes Einzelinvestment von Berkshire

TSMC ist damit der vierte Technologiekonzern, den Buffetts Investmentgesellschaft in ihre Top-Aktienpositionen aufgenommen hat. So umfasst das Berkshire-Aktienportfolio neben TSMC auch Apple, den Computer- und Druckerhersteller HP und das Cloud-Datenbankunternehmen Snowflake. An Apple hält Berkshire Anteile im Wert von 126,5 Milliarden Dollar, die größte Investition in eine börsennotierte Aktie. Andere Einzelinvestments wie Bank of America (31,2 Milliarden US-Dollar), Chevron (24,4), Coca-Cola (22,4) oder American Express (20,5) nehmen sich dagegen vergleichsweise klein aus.

TSMC hatte im dritten Quartal seinen Gewinn um 80 Prozent in die Höhe geschraubt, auch weil Kunden wie Apple verstärkt Chips des Unternehmens nachfragten. Insofern erscheint das jüngste Milliardeninvestment von Buffett geradezu folgerichtig und logisch. TSMC hatte im Sommer wegen der hohen Nachfrage in den USA mit dem Bau einer zwölf Milliarden Dollar teuren Fabrik begonnen.

Chipriese sorgt für Reibung zwischen Washington und Peking

TSMC gilt als größter Hersteller der weltweit fortschrittlichsten Prozessorchips, die in Smartphones, Computern, Militär- und Raumfahrtausrüstung eingesetzt werden. Der taiwanesische Konzern pflegt laut "FT" eine enge Partnerschaft mit US-Chipentwickler Nvidia und betreibt zugleich eine Vielzahl von Produktionsstandorten in China. So überrascht es nicht, dass das Unternehmen im Rennen um die technologische Vorherrschaft oft Streitpunkt zwischen Peking und Washington ist.

Ansonsten hat Berkshire im abgelaufenen dritten Quartal nur wenige und zumeist kleine Veränderungen im Anlageportfolio vorgenommen. So erwarb die Investmentgesellschaft eigenen Angaben zufolge Aktien im Wert von 13 Millionen Dollar an der Investmentbank Jefferies und kaufte für 300 Millionen Dollar den Baustoffhersteller Louisiana-Pacific. Zugleich habe Buffett seine Investitionen in die großen Ölkonzerne Chevron und Occidental sowie in das Medienunternehmen Paramount Global erhöht. Umgekehrt reduzierte Berkshire im dritten Quartal seine Anteile unter anderem an den Banken US Bancorp und BNY Mellon sowie dem Automobilhersteller General Motors.

rei
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