Nach US-Fonds-Skandal Bafin legt Allianz offenbar die Daumenschrauben an

Die deutsche Finanzaufsicht knöpft sich die Allianz vor. Nach dem Hedgefonds-Skandal in den USA soll der Versicherungsriese seine internen Kontrollen verbessern. Die Bafin hat der Allianz dafür eine Frist gesetzt, heißt es.
Allianz-Chef Oliver Bäte (57) strich trotz Fondsskandal einen fetten Bonus ein

Allianz-Chef Oliver Bäte (57) strich trotz Fondsskandal einen fetten Bonus ein

Foto: Matthias Schrader/ AP

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) zieht nach dem Hedgefonds-Skandal in den USA bei der Allianz offenbar die Daumenschrauben an. Die Behörde habe den Versicherer dazu aufgefordert, seine internen Kontroll-Mechanismen zu verbessern und die Verantwortlichkeiten klarer zu regeln, sagte eine mit den Vorgängen vertraute Person am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. "Es liegt auf der Hand, dass es daraus Konsequenzen geben muss", sagte der Insider. Die Bafin habe der Allianz eine Frist gesetzt, die Forderungen umzusetzen.

Die Bafin wollte sich dazu nicht äußern und verwies auf ihre Verschwiegenheitspflicht. Ein Allianz-Sprecher äußerte sich laut Reuters dazu ebenfalls nicht.

Bereits im September vergangenen Jahres – kurz nach Bekanntwerden der milliardenschweren Affäre um Hedgefonds der US-Tochter von Allianz Global Investors (AllianzGI) – berichtete Reuters über Ermittlungen der deutschen Aufsichtsbehörde zu dem Fall.

Die unter dem Namen "Structured Alpha" aufgelegten Hedgefonds hatten Milliardenverluste erlitten, als die Märkte im ersten Corona-Schock in die Knie gingen. Das US-Justizministerium warf dem Chef-Investor für mehrere dieser Fonds und zwei seiner Fondsmanager vor, die Anleger über Jahre hinweg getäuscht zu haben, indem sie die Entwicklung der Fonds und die darin verborgenen Risiken mit gefälschten Zahlen manipulierten.

Die Allianz hatte die Affäre im Frühjahr gegen Entschädigungen von Anlegern und Geldbußen der US-Behörden von insgesamt sechs Milliarden Dollar beigelegt. AllianzGI muss sich zudem aus den USA zurückziehen.

fw/Reuters
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