Allianz-Tochter Pimco sitzt auf Russland-Risiko in Milliardenhöhe

Der US-Investmentriese Pimco dürfte die Wirkung der Wirtschaftssanktionen auf Russland mit besonderem Interesse verfolgen – im Falle einer Staatspleite des Landes hätte die Tochter des Allianz-Konzerns Milliarden im Feuer.
Pimco-Zentrale in Newport Beach, Kalifornien: Die Allianz-Tochter hat Milliarden auf Russland gesetzt

Pimco-Zentrale in Newport Beach, Kalifornien: Die Allianz-Tochter hat Milliarden auf Russland gesetzt

Foto: LORI SHEPLER/ REUTERS

Die möglicherweise näher rückende Staatspleite Russlands dürfte den Verantwortlichen beim US-Investmentmanager Pimco ziemliche Sorgen bereiten. Die Anlagefirma, die seit 2000 zur Allianz-Gruppe gehört, sitzt auf Russland-Risiken in Milliardenhöhe. Wie die "Financial Times"  berichtet, hat Pimco Derivate verkauft, deren Besitzer dadurch gegen eine russische Staatspleite abgesichert sind. Zudem habe Pimco im großen Stil selbst in russische Staatsanleihen investiert, so die Zeitung.

Dem Bericht zufolge beläuft sich allein das Volumen der Kreditversicherungen im Zusammenhang mit Russland – sogenannte Credit Default Swaps oder CDS – auf 1,1 Milliarden Dollar. In dieser Höhe muss Pimco die Halter der CDS-Papiere entschädigen, sollte bei Russland der Zahlungsausfall eintreten und das Land Verpflichtungen am Finanzmarkt nicht mehr nachkommen. Hinzu kommen Investments von Pimco in russische Staatsanleihen in Höhe von 1,5 Milliarden Dollar, so die "FT" mit Verweis auf Daten von Bloomberg. Pimco wollte sich dazu demnach nicht äußern.

Angesichts des Angriffs Russlands auf die Ukraine sowie der darauffolgenden immer weitergehenden westlichen Wirtschaftssanktionen erscheint eine Staatspleite Russlands gegenwärtig nicht unwahrscheinlich . Es wäre bereits der zweite russische Default nach 1998, als der Zusammenbruch der Sowjetunion die Wirtschaft in dem Riesenreich kollabieren ließ.

Durch die Sanktionen des Westens ist das russische Finanzsystem zu einem großen Teil vom Weltfinanzmarkt abgetrennt. Zudem wird der russischen Zentralbank der Zugriff auf einen Großteil der Devisenreserven des Landes in Höhe von insgesamt rund 640 Milliarden Dollar verwehrt .

Die Kurse russischer Staatsanleihen sind in den vergangenen Wochen bereits abgestürzt, weil Investoren das Vertrauen in die Zahlungsfähigkeit des Staates verloren haben. Mehrere Ratingagenturen haben Russlands Bonität herabgestuft, ebenfalls ein Zeichen, dass nach Ansicht der Agenturen die Möglichkeit eines Zahlungsausfalls steigt.

Für Pimco wäre eine Staatspleite Russlands trotz des Milliardenengagements vermutlich dennoch verkraftbar. Das Anfang der 1970er-Jahre im amerikanischen Newport Beach gegründete Unternehmen gehört mit einem verwalteten Vermögen von insgesamt etwa 2,2 Billionen Dollar zu den größten Vermögensverwaltern der Welt.

cr