Nachfolger der Riester-Rente Lindner will Kapital für Aktienrente deutlich aufstocken

Statt der staatlich geförderten Riester-Rente plant die Ampelkoalition eine Aktienrente als Ergänzung zur gesetzlichen Rentenversicherung. Zum Aufbau dieses Fonds sei jedoch eine dreistellige Milliardensumme nötig, meint Finanzminister Christina Lindner.
Christian Lindner: "Spürbarer Effekt" wird hunderte Milliarden Euro kosten

Christian Lindner: "Spürbarer Effekt" wird hunderte Milliarden Euro kosten

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Michele Tantussi / AFP

Bundesfinanzminister Christian Lindner (43; FDP) hält für den geplanten Aufbau einer Aktienrente enorme Beträge für nötig. "Wir brauchen mittel- bis langfristig eine dreistellige Milliardensumme, damit die Erträge der Aktienanlage einen spürbaren Effekt auf die Stabilisierung der Rentenbeiträge und des Rentenniveaus haben können", sagte Lindner dem "Tagesspiegel" vom Dienstag.

Die Aktienrente hatten die Ampel-Parteien im Koalitionsvertrag vereinbart. "Zur langfristigen Stabilisierung von Rentenniveau und Rentenbeitragssatz" sei der Einstieg "in eine teilweise Kapitaldeckung der gesetzlichen Rentenversicherung" geplant, heißt es dort. "Diese teilweise Kapitaldeckung soll als dauerhafter Fonds von einer unabhängigen öffentlich-rechtlichen Stelle professionell verwaltet werden und global anlegen."

Vereinbart wurde auch, in einem ersten Schritt zehn Milliarden Euro an die gesetzliche Rentenversicherung als Kapitalstock für den Fonds zu zahlen. Diese Summe ist im Haushalt für 2023 eingeplant. Diesen Betrag bezeichnete Lindner im "Tagesspiegel" als "Grundstein für den Einstieg in eine Kapitaldeckung im Rentensystem".

Zur Finanzierung der seiner Meinung nach notwendigen dreistelligen Milliardensumme sagte der Finanzminister, er habe dazu Ideen, es gebe aber "noch keine abgeschlossene Willensbildung der Bundesregierung". Lindner verwies auf die Finanzierung der zehn Milliarden Euro, die vollständig über neue Schulden erfolgt und als Darlehen des Bundes an die neue Aktienrücklage fließt. "Wir machen uns zunutze, dass der Staat für seine Anleihen weniger zahlen muss, als die Kapitalmärkte an Rendite bringen", sagte er dazu.

la/dpa
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