Gursky-Versteigerung Maestro meets Mammon

Andreas Gursky gilt als einer der Säulenheiligen der Fotografie. Am Mittwoch versteigert das Auktionshaus Sotheby's fünf Werke, die Börse und Kunst miteinander versöhnen. Dass sie hoch gehandelt werden, versteht sich bei dem Thema fast von selbst.
Von Arne Gottschalck

Hamburg - Starke Schwankungen an den Börsen, Renditen für Anleihen im Keller: Kein Wunder, dass Wohlhabende sich nach alternativen Anlagen umsehen - und bei Kunst fündig werden. Etliche Experten glauben zwar, dass Kunst nicht zur Anlage tauge. Dennoch bleibt Kunst als Anlageform beliebt - und die Preise steigen.

Das betrifft vor allem die bekannten Künstler wie Gerhard Richter oder Andreas Gursky. Entsprechende Preise erzielen ihre Werke auf Auktionen. Auf der Sotheby's-Auktion am Mittwoch dürften entsprechend hohe Preise erzielt werden. "Ausfallrisiken in der Geldanlage sind den Kunden bewusster", beobachtet Philipp Herzog von Württemberg, Chairman Sotheby's Europa & Geschäftsführer Sotheby's Deutschland. "Das hat sicherlich auch Auswirkungen darauf, dass manche Kunden verstärkt in Kunst investieren."

Eigentlich kein Wunder: Aktien schwanken und mit Anleihen ist kein Staat mehr zu machen. Tobias Spies, Geschäftsführer Dr. Kohlhase Vermögensverwaltung, fasst die Situation in Worte: "Anleger steigen zunehmend aus dem (Anleihen-)Markt aus, was man auch daran erkennt, dass die Zinsen trotz Ankündigungen von Maßnahmen der Notenbanken anziehen. Sie akzeptieren die teils sogar negative Realverzinsung nicht mehr und verabschieden sich aus diesen Rentenmärkten." Und mancher blickt begehrlich auf Kunst. Das beobachtet man auch in den Galerien.

Steigende Nachfrage

"Im Bereich der zeitgenössischen Kunst erlebe ich seit Jahren eine stetig steigende Nachfrage", sagt Carola Persiehl von Persiehl & Heine, Galerie für Fotografie. "Durch die gestiegene Aufmerksamkeit gegenüber Kunst und Kultur, unterstützt durch die Medien und Kulturveranstaltungen mit Eventcharakter, öffnet sich dieses Feld einem breiteren Publikum." Kunst trifft Kommerz, nicht alle schätzen diese Entwicklung. Eine "Investition in Emotionen" solle Kunst sein, sagt Persiehl.

"Jeder kann Kunst sammeln, die Preisspanne beginnt bereits im zweistelligen Bereich und ist nach oben hin offen", sagt Gerd Harry Lybke, Inhaber der Galerie Eigen + Art. "Kunst sollte zuallererst einmal gefallen. Man muss kein Experte sein, die Liebe zur Kunst reicht." Er empfehle stets, sich über den jeweiligen Künstler zu informieren und ihn dadurch kennenzulernen: Wenn dann noch die Preise anziehen - um so besser.

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