Schwarzer April Rekordabflüsse bei Goldfonds

Schwarzer Monat für den Goldmarkt: Börsengehandelte Goldfonds verloren im April so viel Investorengelder wie nie. Auch der Preiscrash Mitte des Monats ließ den Wert der Fonds purzeln. Vor allem Profianleger verabschieden sich vom Markt - Privatleute dagegen kaufen nach. 
Begehrt wie selten: Vor allem Privatanleger greifen nach dem Preisrückgang bei Goldbarren und -münzen zu

Begehrt wie selten: Vor allem Privatanleger greifen nach dem Preisrückgang bei Goldbarren und -münzen zu

Foto: LISI NIESNER/ REUTERS

Hamburg - Die Goldbestände der börsengehandelten Fonds und Wertpapiere weltweit sanken im April um den Rekordwert von 174 Tonnen, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Der Wert der Fonds sei damit um 17,9 Milliarden Dollar zurückgegangen.

Laut Bloomberg reduzierten sich die Bestände der sogenannten Exchange Traded Products (ETPs) im April um 7,1 Prozent auf 2275,84 Tonnen, den niedrigsten Stand seit Oktober 2011. Der Wert der Bestände seit auf 108,1 Milliarden Dollar geschrumpft.

Investoren, so die Agentur weiter, entzogen Goldfonds im ersten Quartal insgesamt 10,23 Milliarden Dollar. Dabei handele es sich um den größten Abfluss seit dem Jahr 2000, dem Beginn der Datenerhebung.

Hintergrund: Mitte April erlebte der Goldpreis einen der heftigsten Einbrüche der vergangenen Jahrzehnte. Binnen 48 Stunden fiel der Preis um mehr als 10 Prozent. Zwar hat sich der Preis seither leicht erholt. Unterm Strich bleibt für den Monat April Bloomberg zufolge jedoch ein Minus beim Goldpreis von 7,7 Prozent.

Experten zufolge sind es vor allem Banken und institutionelle Investoren, die sich gegenwärtig von Gold-Investments trennen. Auch die von Bloomberg zitierten ETPs werden vor allem von Profianlegern genutzt. "Dies ist eine Kapitulation von Gold-Investoren gegenüber der Tatsache, dass die Aktienmärkte steigen und es keine Anzeichen für eine Inflation gibt", zitiert Bloomberg einen Gold-Investmentmanager aus New Hampshire. "Viele sehen keinen Grund mehr, Gold zu halten."

Die Nachfrage nach physischem Gold dagegen hat seit dem Mini-Crash Mitte April Marktteilnehmern zufolge erheblich angezogen. Einzelne Goldmünzen seien bereits nicht mehr lieferbar, ist aus dem Markt zu hören. Auch für Barren gibt es Lieferzeiten.

cr
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