Samstag, 14. Dezember 2019

Schöne neue Fondswelt Was und wie AIFM reguliert

US-Hedgefonds-Manager John Paulson: Europa will alternative Investmentfonds jetzt stärker regulieren. In Deutschland wollte man Privatanlegern den Zugang zu Hedgefonds sogar zuerst verbieten

Die Finanzkrise hat gezeigt, dass Alternative Investmentfonds Risiken für das Finanzsystem bergen. Deshalb werden sie jetzt europaweit reguliert. Warum, was und wie wird reguliert? Lesen Sie die wichtigsten Punkte.

Frankfurt am Main - Für riskantere Investmentfonds sollen in Europa künftig einheitliche und vor allem strengere Spielregeln gelten. Dazu hat die EU die Richtlinie für Alternative Investmentfonds-Manager (AIFM) auf den Weg gebracht, die in den einzelnen Staaten bis zum Sommer 2013 umgesetzt werden muss.

Dabei bleibt es ihnen überlassen, ob sie die Richtlinie 1:1 in nationales Recht gießen - wie etwa die Niederlande oder Luxemburg - oder zusätzliche Sonderregeln oben draufsatteln ("Goldplating"). In Deutschland deutet sich nun eine weniger restriktive Anwendung an als ursprünglich von der Fondsbranche befürchtet.

Der Gesetzentwurf wird in Kürze im Kabinett erwartet. Lesen sie im Folgenden die wichtigsten Punkte zum EU-Regelwerk, unabhängig von Detailbestimmungen für die einzelnen Anlageklassen:

Wer wird reguliert?

Alternative Investmentfonds sind etwa Immobilienfonds, Private-Equity-Fonds, Risikokapital-Fonds oder Hedgefonds. Allerdings reguliert die Richtlinie nicht die Produkte unmittelbar, sondern deren Manager. Betroffen sind alle Anbieter von Fonds, die Kundengelder verwalten, insbesondere unter Nutzung von Fremdkapital oder Hebelfinanzierungen.

Dabei spielt es keine Rolle, ob es Offene oder Geschlossene Fonds sind, welche Rechtsform sie haben und ob sie börsennotiert sind oder nicht. Erreicht das verwaltete Vermögen bei Fonds mit Hebeleffekten ein Volumen von 100 Millionen Euro, brauchen die Anbieter künftig eine AIFM-Zulassung. Bei nicht-gehebelten Produkten liegt die Mindestgröße bei 500 Millionen Euro. Wird der AIFM-Pass in einem Mitgliedsland ausgestellt, gilt er für den gesamten Binnenmarkt.

Die EU geht grundsätzlich davon aus, dass Alternative Investmentfonds an professionelle Investoren vertrieben werden. Ob Kleinanleger Zugang haben, wird den einzelnen Mitgliedstaaten überlassen. Sie können den Fonds dann auch strengere Auflagen machen, um das Verlustrisiko zu begrenzen oder quasi semi-professionelle Anleger definieren.

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