Mittwoch, 22. Januar 2020

Motoryachten Acht Zylinder fürs Depot

Motoryachten: Guter Schnitt mit schnittigen Booten
Pedrazzini

Während die Finanzmärkte weiter Achterbahn fahren, suchen Anleger händeringend nach Alternativen. Einige werden bei klassischen Motoryachten fündig.

Hamburg - Zuerst ein kurzes Spucken, dann ein Geräusch, das irgendwo zwischen sonorem Grollen und tiefem Brabbeln liegt. Dann schieben die zwei Motoren der "Riva Aquarama" das Motorboot sanft vom Anleger. Für Bootsliebhaber waren die Yachten, die wie aus poliertem Mahagony geschnitzt wirken, schon lange eine Versuchung. Doch inzwischen sind sie auch für manchen Anleger mehr als nur einen Blick wert.

Für Anselmo Vigani ist das eine erfreuliche Entwicklung. Vigani ist Geschäftsführer von R.A.M., eines Unternehmens, das sich der Restauration der alten Riva-Yachten verschrieben hat. "Die Nachfrage ist stark und die Preise steigen", sagt er. Die Gründe liegen für den Italiener auf der Hand. "Weil das Gefühl bei so einer klassische Riva-Yacht ganz anders ist als bei einer modernen Yacht."

Vor allem aber sind die alten Riva-Boote selten. 3000 von ihnen gibt es noch, weltweit, schätzt Vigani. Und wenn seltene Güter auf steigende Nachfrage treffen, steigen üblicherweise die Preise. So auch im Falle der Klassiker von Riva.

"Die komplette Restauration bei R.A.M. kostet zwischen 70.000 und 200.000 Euro", sagt Vigani. "Und der Preis für ein restauriertes Boot beginnt bei der Ariston für 150.000 Euro und der Aquarama Special für 600.000 Euro."

Statussymbol der Reichen in den 50er Jahren

Eine Menge Geld, wenn auch nicht für jeden. Riva-Yachten waren in den 50er Jahren beliebtes Statussymbol für die Reichen der Welt. Sean Connery gehörte ebenso zu den Eignern wie Sophia Loren. Seitdem hat Kunststoff seinen Siegeszug auch durch die Welt der Boote angetreten. Und Holzboote gerieten lange in Vergessenheit, nur von eine Handvoll Liebhabern am Leben gehalten. Heute ist das anders.

Zwar gibt es schon seit Jahrzehnten Werften, die sich auf die Restauration von Holzbooten spezialisiert haben. R.A.M. beispielsweise wurde eigens von Riva abgespalten, um die hauseigenen Antiquitäten pflegen zu können.

Und auch die Schweizer Werft Boesch unterhält mit Boesch Classic Boats ein auf Pflege der Mahagony-Boote spezialisiertes Unternehmen. Doch nun wächst "nach meiner Wahrnehmung die Nachfrage seit einem knappen Jahrzehnt", beobachtet Markus Boesch aus der Geschäftsleitung von Boesch Motorboote.

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