Freitag, 20. September 2019

Unruhige Börsen Wo Anleger ihr Geld parken können

Niedrige Zinsen: Wer Angebote vergleicht und auch regelmäßige Bankwechsel nicht scheut, nimmt für sein Tagesgeld deutlich höhere Zinsen mit

Die Börsen wanken, und Geldmarktfonds verlieren weiter an Attraktivität. Eine Alternative sind Tagesgeldkonten, die im Schnitt höhere Renditen abwerfen als Geldmarktfonds. Worauf Sparer achten sollten, wie sie die besten Angebote finden - und warum es ratsam ist, das Geld breiter zu streuen. 

Die Finanzkrise von 2008 hat das Vertrauen der Anleger in viele Anlageklassen erschüttert. Manch sichere Gesetzmäßigkeit wurde auf den Kopf gestellt. Dazu zählte auch die vermeintliche Sicherheit von Geldmarktfonds, die als konservatives und stabiles Investment galten. Viele Papiere rutschten nach der Pleite von Lehman Brothers im September 2008 ins Minus.

Der Grund für das schlechte Abschneiden: Viele Geldmarktfonds-Manager hatten sogenannte Asset Backed Serucities (ABS) gekauft, um die Rendite zu steigern. Dabei handelt es sich um verbriefte Kredite, deren Wert im Zuge der Finanzkrise einbrach.

Statt solider Gewinne fuhren viele Geldmarktfonds zweistellige Verluste ein. Privatanleger zogen die Reißleine: Hielten sie vor drei Jahren laut Statistik des Bundesverbandes Investment und Asset Management (BVI) noch 78 Milliarden Euro in Geldmarktfonds, ist die Summe des investierten Kapitals auf 13 Milliarden Euro geschrumpft.

Die Fondsgesellschaften dampfen daraufhin ihre Produktpalette ein: Sie bieten heute nur noch 118 Geldmarktfonds für Privatanleger an, vor drei Jahren waren es noch 273 Titel.

Transaktionssteuer dürfte das Aus für Geldmarktfonds bedeuten

Sollte die Finanzmarkttransaktionssteuer auf Finanzgeschäfte tatsächlich kommen, würde das Geldmarktfonds hart treffen. Sie müssten nach Berechnungen des Europäischen Fondsverbandes EFAMA rund 67 Prozent des Steuervolumens tragen: "Es ist klar, dass die Finanztransaktionssteuer das Aus für Geldmarktfonds bedeuten würde", sagt Peter de Proft, Generaldirektor von EFAMA.

Aber auch ohne die Finanztransaktionssteuer finden sich Geldmarktfonds nur noch selten auf der Kaufliste von Privatanlegern. Mit der Niedrigzinspolitik der Europäischen Notenbank haben sie weiter an Attraktivität verloren.

Zudem liegt die Rendite der Fondsprodukte in der Regel unter dem Zinssatz für Tagesgeld. Der Grund: Ausgabeaufschläge und Verwaltungsgebühren nagen an der ohnehin mageren Rendite. Bei Papieren mit höheren Renditen sollten Anleger skeptisch sein: "Geldmarktfonds mit überdurchschnittlicher Performance sind in der Regel keine klassischen Produkte. Sie mischen risikoreiche Papiere bei, um die Rendite aufzupeppen", sagt Max Herbst, Inhaber der FMH-Finanzberatung.

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