Montag, 20. Mai 2019

Alternative Investments Allianz investiert auch in Parkuhren

Steter Geldfluss: Ob nun Windparks in Italien oder Parkuhren in Chicago, der Allianz-Konzern geht bei der Kapitalanlage neue Wege

Gasnetze, Parkuhren, Windkraft- und Solarparks - bei der Kapitalanlage geht die Allianz neue Wege. Im Interview sagt David Jones, welche Anforderungen ein alternatives Investment erfüllen muss, wo die Risiken liegen und warum der Versicherer Solarinvestitonen in Deutschland meidet.

mm: Herr Jones, die Allianz Börsen-Chart zeigen meldete kürzlich den Kauf drei weiterer Windparks, investiert aber auch in Solarenergie. Wie hat es angefangen, seit wann investiert der Konzern in regenerative Energiegewinnung?

Jones: Angefangen haben wir 2005 mit einer Investition in den Windpark "Francofonte" in Italien. In Solarenergie haben wir zum ersten Mal 2010, ebenfalls in Italien, investiert. Über die Jahre haben wir immer mehr Anlagen in Deutschland, Frankreich und Italien in unser Portfolio aufgenommen. Mittlerweile besitzen wir 34 Wind- und 7 Solaranlagen, die genügend Strom für 350.000 Haushalte generieren.

mm: Traut die Allianz Staats- und Bankanleihen nicht mehr über den Weg, oder was macht Investitionen in erneuerbare Energien gerade für einen Versicherer interessant?

Jones: Wir haben unser Team für erneuerbare Energien schon 2005 aufgestellt. Uns gefielen die Renditen, die Wind- und Solarkraft bieten. Außerdem sind diese Investitionen unabhängig von Schwankungen an den Kapitalmärkten oder anderen Wirtschaftszyklen, was zur Diversifizierung unseres Portfolios zusätzlich beiträgt.

mm: Wie hoch ist Allianz-Gruppe derzeit in diesem Sektor investiert?

Jones: Zur Zeit betragen unsere Beteiligungen in erneuerbaren Energien rund 1,3 Milliarden Euro. Erst vor einem Jahr haben wir die Marke von einer Milliarde Euro überschritten. Wir wollen unsere Investitionen in diesem Bereich weiter ausbauen.

mm: Stammt das Anlagekapital vor allem aus der Lebens- und Krankenversicherung der Allianz?

Jones: Ja. Investitionen in Wind- und Solaranlagen haben eine Zeitspanne von rund 25 Jahren. Das passt sehr gut zu unseren langfristigen Verpflichtungen, wie Lebensversicherungen oder Altersvorsorgeprodukten, die in 20 bis 30 Jahren ausgezahlt werden.

mm: Wie teilen sich die Investments nach Segmenten in etwa auf?

Jones: Zurzeit investieren wir in Windkraft auf dem Festland und in Solarenergie. Wir halten derzeit mehr Windkraftanlagen als Solarparks, da wir in diesem Bereich mehr Investitionsmöglichkeiten sehen.

mm: Gibt es bestimmte Regionen die Sie bevorzugen?

Jones: Unser derzeitiger Fokus liegt auf dem europäischen Währungsraum, also der Quelle unserer Gelder. Bisher haben wir in Deutschland, Frankreich und Italien investiert. Aber ich erwarte, dass wir uns mit der Zeit geografisch ausweiten werden.

mm: Der portugiesische Solarmarkt gilt als einer der heißesten für Investoren, auch Südafrika wird in diesem Kontext genannt. In welcher Region sehen Sie perspektivisch sehr gute Chancen für Wind- und Solarinvestments?

Jones: Wir suchen nicht nach den "heißen" Märkten, wo lauter Investoren auf der Suche nach dem schnellen Gewinn einsteigen. Wir bevorzugen, in etablierte und stabile Märkte für erneuerbare Energien zu investieren, wo wir nach langfristigen Investitionsmöglichkeiten suchen.

mm: Welche Renditeanforderungen stellen Sie an ein Investment?

Jones: Die Rendite beträgt 6,5 bis 7,5 Prozent, wobei Solarenergie am unteren Ende dieser Spanne liegt. Wenn wir beschließen, in etwas zu investieren, berücksichtigen wir eine ganze Reihe von Aspekten rund um die Qualität und Stärke der Projektentwicklung.

mm: Welche Rolle spielen garantierte Einspeisevergütungen oder andere staatliche Finanzierungshilfen bei Ihrer Anlageentscheidung?

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