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Silber: Wie vom Silberrausch profitieren?

Foto: Heraeus Holding GmbH

Silber Der launische Bruder des Goldes

Die Schwankungen beim Goldpreis haben stark zugenommen. Doch noch stärker sind die Schwankungen bei Silber, dessen Wert sich binnen fünf Jahren verdreifacht hat. Rohstoffexperte Werner Ullmann spricht über die Gründe für die hohe Volatilität - und worauf Anleger achten müssen.
Von Arne Gottschalck

mm.de: Alle reden von Gold - und kaum jemand von Silber, obwohl das Metall sich binnen 5 Jahren fast verdreifacht hat. Warum das Schweigen?

Ullmann: Silber war bereits vor einiger Zeit im Gespräch. Mit der deutlichen Kurskorrektur bei Silber schwand auch das Interesse, was aus meiner Sicht eine vorübergehende Erscheinung ist.

mm.de: Warum ist das Edelmetall so deutlich volatiler als Gold?

Ullmann: Erstens ist der Silbermarkt kleiner als der Goldmarkt und allein dadurch schwankungsanfälliger als Gold. Zudem gibt es bei Silber im Gegensatz zu Gold eine relativ hohe Industrienachfrage, sodass Konjunkturmeldungen sich zusätzlich auf den Silberpreis auswirken.

mm.de: Welche Rolle spielen ETF dabei?

Ullmann: Langfristig ist bei Silber sicherlich eine gewisse Rolle der ETFs als Nachfrager zu beobachten. Allerdings sind die Silberholdings der ETF schon seit geraumer Zeit relativ konstant, sodass davon derzeit kaum Markteinfluss ausgeht.

mm.de: Ist Silber auch ein Investment für jedermann? Und wie sollten Anleger in Silber investieren?

Ullmann: Silber in einem geringen Depotumfang in physischer Form erscheint als Investment für jedermann sinnvoll. Allerdings muss sich der Anleger der hohen Schwankungsbreite von Silber bewusst sein. Persönlich würde ich auf Zertifikate und ETF verzichten, da diese Instrumente rein von der Bonität der ausgebenden Bank abhängen und damit ein hohes Emmitentenrisiko bergen. Neben der physischen Anlageform kommen für den erfahrenen Anleger auch Silberfonds oder ausgesuchte Silberminen in Frage, wobei ein hohes Maß an Erfahrung und eigene Analyse erforderlich sind.

mm.de: Steht man damit nicht vor einem klassischen Anlagedilemma - wenn alle zuraten, ist es schon längst zu spät?

Ullmann: Momentan ist es wie gesagt sehr ruhig geworden um Silber und Silberempfehlungen. Silber ist ein klassischer Inflationsschutz und damit in geringem Umfang eine gute Beimischung zu Gold. Silber verhält sich derzeit fester als Gold, was eine sehr positives Zeichen im Moment sowohl für Silber, aber auch für Gold ist, da sich Silber in einer anhaltenden Goldhausse noch besser entwickelt als Gold.

mm.de: Ließe sich mit Gold und Silber allein ein Edelmetallportfolio zusammenstellen - oder braucht es auch noch Platin &Co?

Ullmann: Bei kleineren Vermögen reichen aus meiner Sicht Gold und etwas Silber für ein Edelmetallportfolio aus. Bei größeren Vermögen kann auf Platin und Palladium diversifiziert werden. Anleger müssen sich aber im Klaren sein, dass die Preise von Platin und Palladium in erster Linie von der wirtschaftlichen Entwicklung abhängig sind, da große Teile der Nachfrage aus der PKW- und LKW-Industrie kommen. Sollte die Inflation deutlicher steigen, dann werden auch Platin und Palladium davon profitieren.

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