Nach der Milliardenumschuldung Griechenlands hat Fitch als erste Ratingagentur die Kreditwürdigkeit des Landes heraufgestuft. Doch Investoren trauen den neuen Staatsanleihen nicht. Die Renditen der Papiere ziehen weiter kräftig an.
Bessere Bonität: Fitch stuft die Kreditwürdigkeit Griechenlands hoch, doch der Markt bleibt skeptisch
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Athen - Die Ratingagentur Fitch hat die Bonität des hochverschuldeten Griechenlands als Reaktion auf den unlängst vollzogenen Schuldenschnitt deutlich angehoben. Fitch versah die neuen Staatsanleihen des Landes mit der Note "B-" und einem stabilen Ausblick.
Als sicher gelten die Papiere damit jedoch noch lange nicht: Fitch sieht weiter ein hohes Risiko, dass Griechenland auch die neuen Anleihen nicht bedienen kann, weil es noch immer sehr hoch verschuldet ist und die Wirtschaft tief in der Rezession steckt. Der Markt sieht das offensichtlich ähnlich: Die Renditen der neuen Umschuldungsbonds rangierten am Dienstag zwischen 14,8 bis 19,1 Prozent weiter extrem hoch, Tendenz steigend.
Wegen der größten Umschuldungsaktion aller Zeiten hatte Fitch die alten Staatsanleihen Griechenlands mit einem "beschränkten Zahlungsausfall" bewertet. Private Gläubiger wie Banken, Versicherungen und Fonds haben sich im Rahmen des Schuldentauschs unter enormen Druck dazu bereiterklärt, Griechenland durch den Tausch alter gegen neuer Staatsanleihen insgesamt mehr als 100 Milliarden Euro Schulden zu erlassen. Die Euro-Finanzminister hatten daraufhin grünes Licht für 35,5 Milliarden öffentlicher Hilfen aus dem zweiten Paket von insgesamt 130 Milliarden Euro gegeben, die zur Absicherung des Schuldenschnitts gebraucht werden.
Fitch erhöhte die Bonitätsnote Griechenlands damit erstmals seit 2003. Das Land wurde von den drei großen Rating-Agenturen - neben Fitch sind dies Standard & Poor's und Moody's - seit Ausbruch der Schuldenkrise 2009 ein ums andere Mal heruntergestuft. Dies hatte wiederholt Politiker aus der gesamten EU auf den Plan gerufen, die den Agenturen eine Verschärfung der Krise vorwarfen.
Fitch sieht trotz der höheren Bewertung große Herausforderungen auf das Land zukommen. Schon kurzfristig drohe mit den im April oder Mai anstehenden Parlamentswahlen Ungemach, weil der Reformwille einer neuen Regierung ungewiss sei, so Fitch.