Montag, 19. August 2019

Preishausse Experten sehen Gold weiter auf Höhenflug

Goldbarren: Der Preisanstieg des Edelmetalls könnte noch eine Zeit lang weitergehen

2. Teil: China und Notenbanken fragen enorme Mengen nach

In den folgenden Monaten fielen die Notierungen allerdings stetig, bis sie im Dezember einen Tiefpunkt bei 1520 Dollar erreicht hatte. "Die Korrektur war überzogen", urteilt DZ-Bank-Analyst Vogel. "Viele Spekulanten haben sich von Gold getrennt, um Verluste aus anderen Anlageklassen auszugleichen."

Neben den weltweit niedrigen Zinsen und den Inflationsängsten spricht laut Vogel vor allem eines für das Edelmetall: "Gold ist immer noch eine sichere Langfristanlage. Die Nachfrage dürfte weiter hoch bleiben und die Produktionsseite schwach."

Vor allem Inder und Chinesen treiben die Nachfrage nach Gold. Nach Schätzungen der Branchenorganisation World Gold Council (WGC) ist China auf dem besten Weg, Indien den Rang als weltgrößter Goldverbraucher abzulaufen. Auch in diesen Ländern wollten sich die Anleger mit Gold gegen steigende Preise wappnen, stellt das WGC fest. Auch die Zentralbanken werden in diesem Jahr nach Einschätzung von Analysten weiter auf Gold setzen. 2011 kauften sie nach Daten des WGC rund 440 Tonnen Gold, die größte Menge seit Jahrzehnten. Im Vorjahr hatten sie 77 Tonnen des Edelmetalls gekauft.

Vor allem Notenbanken aus Entwicklungsländern kurbelten dem WGC zufolge die Nachfrage an. Gold helfe ihnen, ihre Devisenreserven breiter aufzustellen und die Abhängigkeit von einigen wenigen Fremdwährungen zu mildern, erläutern die Experten.

Auf der anderen Seite steht ein kaum steigendes Angebot. Das Handelshaus Heraeus erwartet bei der Neuförderung der Minen im Jahr 2012 nur geringfügige globale Veränderungen. China werde seine führende Position als größter Produzent mit einer leicht steigenden Ausbringungsmenge weiter ausbauen, schreibt Heraeus in einem aktuellen Marktkommentar. Vom zweit- und drittgrößten Produzenten, Australien und den USA, werden dagegen demnach 2012 nahezu unveränderte Mengen erwartet.

Der bis zum Jahr 2006 weltgrößte Goldproduzent Südafrika bestätigte im Jahr 2011 Heraeus zufolge sogar den langjährigen rückläufigen Trend und wird wohl auch 2012 wieder einen Rückgang der Ausbringungsmenge verzeichnen.

cr/rtr

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