Mittwoch, 23. Oktober 2019

Goldförderung Schwemmgold statt Hardrock

Alte Technik, neue Hoffnung: Schwemmgold oder alluviales Gold wird herausgerüttelt

Gold gilt in der Krise als letzte Bastion der Investoren. Da es immer schwerer wird, das Edelmetall der Erde zu entreißen, erinnert man sich alter Methoden der Goldsuche: Statt immer tiefer in die Erde zu bohren, blicken nicht nur Romantiker und Glücksritter auf Gold in Flussläufen.

Hamburg - In trockenen Worten wird von Sachwerten und deren Bedeutung gesprochen. Vor allem die Angst vor Inflation ist es, die das Verlangen nach Sachwerten verstärken, heißt es in einer Studie der Steinbeis-Hochschule. Sachwerte, das sind vor allem Immobilien - aber eben auch Gold. So messen 90 Prozent der befragten Privatanleger der Immobilie Sachwertcharakter zu, 80 Prozent dem Edelmetall.

In den vergangenen zehn Jahren lagen die Investoren mit dieser Einschätzung richtig. Denn während der Dax Börsen-Chart zeigen in diesem Zeitraum stagnierte, versiebenfachte sich der Wert des Edelmetalls. Und so könnte es weitergehen, so die Studie. Denn Krisen befeuern die Kauflaune für Sachwerte.

Allein vom dritten Quartal 2010 bis zum 3. Quartal 2011 um 39 Prozent stieg der Goldpreis um 39 Prozent, berechnet Edmond de Rothschild Asset Management. Goldene Bedingungen also für jene Unternehmen, die nach Gold suchen und es fördern. Das sind die großen, die bekannten Namen wie Anglogold Ashanti oder Barrick Gold Börsen-Chart zeigen.

Sie reißen das Gold tief aus der Erde - "Hardrock" nennt es sich, wenn dazu schweres Gerät aufgefahren wird. Dieser mühsame und teuere Weg ist notwendig, weil das Gold immer schwieriger zu finden und zu fördern ist. Philip Klapwijk, Rohstoffexperte und oberster Analyst des Beratungshauses GFMS fragt sich, ob es überhaupt noch einen Großfund geben wird, wie in der Vergangenheit üblich.

Immer tiefer in die Erde - oder günstiger fördern und Schwemmgold suchen

Inzwischen hat sich die Mponeng Mine südlich von Johannesburg 4000 Meter tief ins Gestein gefressen. Jeder Meter muss gefräst, gesprengt, abgetragen werden. Und die Mine soll noch tiefer getrieben werden. Kein Wunder, dass die Kosten für die Goldförderung immer weiter steigen. Und nicht nur die geologischen Probleme nehmen zu, auch die geografischen. Denn weil die Vorkommen in den zugänglichen Regionen weitestgehend erschöpft sind, müssen die Unternehmen in politisch tendenziell instabile Länder ausweichen.

Was liegt also näher, als Gold günstiger zu fördern. Und das ist möglich, meint Werner Ullmann, Präsident von Placer Gold. Alluviales Gold ist es, was er sucht.

Alluviales Gold ist Schwemmgold, Edelmetall also, das sich in Flussläufen abgelagert hat. Mit vergleichweise geringem technischen Aufwand kann das Gold aus dem Gestein gerüttelt werden. "Der Charme dieser Förderung liegt daher darin, dass die Förderkosten weitaus geringer sind als bei dem 'hard rock mining'", sagt er im Gespräch mit manager-magazin.de.

"Bei uns liegen die Kosten bei 400 bis 500 Dollar je Feinunze, in der Hard-Rock-Industrie bei 1000 bis 1200 Dollar. Und dort dauert es von der Exploration bis hin zur Ausbeutung sieben bis zehn Jahre, bei uns ein bis drei Jahre."

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