Rohstoffinvestments Hedgefondsguru Paulson verkauft Gold

An den Börsen herrscht Ausverkaufsstimmung - doch Edelmetalle, sonst als sicherer Hafen gefragt, profitieren nicht davon. Die Notierungen von Gold und Kupfer fallen. Selbst ausgewiesene Goldfans wie Hedgefondsmilliardär John Paulson trennen sich von ihren Investments.
Kupferproduktion: Das Metall wird wegen der schwachen Konjunktur weniger nachgefragt

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Foto: Maurizio Gambarini/ picture alliance / dpa

Frankfurt am Main - Die Feinunze Gold  verbilligte sich am Dienstag um rund 1 Prozent auf 1760 Dollar. Händler begründeten die Verkäufe auch mit dem wieder steigenden Dollarkurs, der Gold für Investoren aus dem Nicht-Dollar-Raum unattraktiver mache. Gold hat allerdings seit Ausbruch der Krisen einen rasanten Höhenflug hinter sich. So kostete eine Feinunze zu Jahresbeginn noch um die 1400 Dollar.

Star-Hedgefondsmanager und Goldfan John Paulson hat sich in großem Stil von börsennotierten Indexfonds auf den Goldpreis getrennt. Zwischen Ende Juni und Ende September verkaufte er etwa ein Drittel seiner Anteile am weltweit größten Gold-ETF, dem SPDR Gold Shares, wie am späten Montagabend veröffentlichte Zahlen der US-Finanzaufsichtsbehörde SEC zeigen. In den USA sind institutionelle Investoren dazu verpflichtet, ihre Transaktionen quartalsweise an die SEC zu melden. Diese Dokumente bieten den besten Einblick in die Spekulationen von Hedgefonds.

Den Daten zufolge hielt Paulson Ende September 20,3 Millionen Anteile am SPDR Gold Shares. Ende Juni waren es noch 31,5 Millionen gewesen. Der Verkauf hatte - gemessen am aktuellen Marktwert - einen Umfang von 1,94 Milliarden Dollar. Um in Gold zu investieren, hatten Wall-Street-Größen wie Paulson in den vergangenen Jahren vor allem auf börsennotierte Indexfonds zurückgegriffen, die Barren in ihren Portfolios hielten. Paulson, der als treuer Gold-Anleger bekannt ist, hatte in der ersten Jahreshälfte an seinen Gold-Investments festgehalten. Andere Star-Hedgefondsmanager wie George Soros hatten sich bereits damals von Gold-ETFs getrennt.

Experten rätseln darüber, warum sich nun auch Paulson davon verabschiedet hat. "Wir bezweifeln, dass Paulsons Goldfieber zu Ende ist", kommentierte die neuseeländische ANZ Bank den Verkauf. Möglicherweise habe der Hedgefondsmanager aus dem ETF in Goldbarren umgeschichtet, um die Gebühren des Fonds zu sparen. Oder er habe Cash benötigt, um Anleger auszahlen zu können, die sich nach starken Wertverlusten aus seinem eigenen Fonds zurückgezogen haben.

Auch der Kupferpreis fiel am Dientag um 0,6 Prozent auf 7712 Dollar je Tonne - trotz Streiks, die wegen einer Verknappung des Angebots den Preis treiben. In der indonesischen Grasberg Mine von Freeport McMoRan  entschieden sich die Arbeiter für eine Fortsetzung des Arbeitskampfes. Der Streik hatte am 15. September begonnen und droht nun bis zum 15. Dezember zu dauern. Die Gewerkschaft wirft der Minengesellschaft vor, kein neues Tarifangebot unterbreitet zu haben. Freeport hat es derzeit auch mit einem bereits sechs Wochen andauernden Disput in der Kupfermine Cerro Verde in Peru zu tun.

Analysten vermuten, dass die Auseinandersetzung dazu beigetragen hat, den Kupferpreis über 7500 Dollar je Tonne zu halten. Barclays Capital hat einen Rückgang der Kupferbestände um 2 Prozent vorausgesagt. Anfang des Jahres war der Preis schon über 10.000 Dollar gestiegen.

ak/rtr
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