Krisenwährung Goldpreis nimmt Rekordjagd wieder auf

Die Rezessionsangst lässt den Goldpreis wieder steigen: Der Preis der Krisenwährung klettert wieder über die Marke von 1900 Dollar je Unze. In Euro ist Gold so teuer wie nie.
Wieder gefragt: Gold kostet wieder mehr als 1900 Dollar je Unze

Wieder gefragt: Gold kostet wieder mehr als 1900 Dollar je Unze

Foto: Heraeus/ dpa

London - Die Furcht vor einer Rezession in den USA und einer Verschärfung der Euro-Schuldenkrise hat die Anleger am Montag einmal mehr in den sicheren Anlagehafen Gold getrieben. In Euro gerechnet stieg der Preis für das Edelmetall auf ein Rekordhoch von 1344,81 Euro pro Feinunze.

In Dollar kletterte der Preis wieder über die psychologisch wichtige Marke von 1900 Dollar pro Unze. Damit war das am 23. August erreichte Rekordhoch von 1911 Dollar wieder in Sichtweite. Damals war der Preis allerdings innerhalb kurzer Zeit um mehr als 200 Dollar in den Keller gerauscht, weil Anleger ihre Gewinne sicherten.

Für die neue Rekordjagd des Edelmetalls machten Analysten unter anderem die US-Jobdaten vom Freitag verantwortlich, die einen Stillstand am Arbeitsmarkt der weltgrößten Volkswirtschaft verdeutlichten. Die Daten bestärkten Anleger in der Meinung, dass die US-Notenbank Federal Reserve womöglich schon im September eine dritte Runde der geldpolitischen Lockerung einläuten könnte.

Die ersten beiden Versuche der Fed, der Wirtschaft mit billigem Geld unter die Arme zu greifen, habe die Nachfrage nach Gold deutlich erhöht, hieß es in einem Kommentar von HSBC. Dazu trug vor allem die Sorge vor einer rasant steigenden Inflation infolge der Geldflut bei.

Anleger erwarten weitere Geldschwemme der US-Notenbank

Auch für die Euro-Zone blieben die Anleger skeptisch. Nervös blickten sie etwa nach Karlsruhe, wo das Bundesverfassungsgericht am Mittwoch sein Urteil über die deutschen Finanzhilfen für Griechenland und den provisorischen Euro-Rettungsschirm (ESFS) verkünden will. Die Unsicherheit über den Richterspruch treibe Anleger verstärkt in Gold, sagte Analyst Walter de Wet von der Standard Bank.

Auch das Treffen der EZB am Donnerstag werde aufmerksam verfolgt. Am Markt rechne man immer mehr damit, dass die Europäische Zentralbank auf die Probleme reagieren werde. Der Goldpreis werde davon wahrscheinlich gestützt, egal, ob die EZB die Zinsen senke oder auf andere Weise entgegenkommend sei. Es wirke immer mehr so, dass die Investoren von einer anhaltenden Stärke des Goldpreises überzeugt seien, sagte de Wet. Deshalb würden Preisrückgänge von 20 oder 30 Dollar pro Feinunze sofort zum Wiedereinstieg genutzt.

Am Montagmittag beruhigte sich die Lage am Goldmarkt wieder ein wenig, der Preis für die Feinunze lag mit 1887 Dollar nur rund noch vier Dollar über seinem Schlusskurs vom Freitag.

la/dpa-afx
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