Gewinnmitnahmen Goldpreis fällt um 200 Dollar in zwei Tagen

Gewinnmitnahmen haben den Goldpreis binnen zwei Tagen um mehr als 200 Dollar einbrechen lassen. Anfang der Woche hatte der Goldpreis erstmals die Marke von 1900 Dollar je Unze geknackt. Händler betonten, dass Anbieter von Goldprodukten inzwischen  höhere Sicherheiten hinterlegen müssen.
Kursrutsch: Auf das Rekordhoch von 1900 Dollar je Unze folgte ein deutlicher Rückgang

Kursrutsch: Auf das Rekordhoch von 1900 Dollar je Unze folgte ein deutlicher Rückgang

Foto: Heraeus/ dpa

London - Am Donnerstag kostete die Feinunze des Edelmetalls zeitweise nur noch 1703,90 Dollar, nachdem sie am Dienstag mit 1911 Dollar so teuer war wie nie zuvor. Händler machten für die Gewinnmitnahmen vor allem die Entscheidung der CME Group verantwortlich, zum zweiten Mal innerhalb eines Monats die Anforderungen an die zu hinterlegenden Sicherheiten für Goldprodukte zu erhöhen.

Mit der Anhebung der Margen um 27 Prozent folgt die CME Group dem Beispiel der Rohstoffbörsen in Schanghai und Hongkong, die mit dem Schritt die Schwankungen am Goldmarkt eingrenzen wollen. Vor allem spekulative Anleger erwarteten nun keine steigenden Preise mehr und lösten ihre Positionen auf, erklärten die Analysten der Commerzbank.

Mit einer anhaltenden Talfahrt beim Goldpreis rechnen die Experten indes nicht: "Auch wenn sich der Preisrückgang noch etwas fortsetzen könnte, dürften die niedrigeren Preisniveaus insbesondere in Asien zu verstärkten physischen Goldkäufen genutzt werden", hieß es in ihrer Markteinschätzung. Vor allem in China und Indien ist die Nachfrage vor allem nach Goldschmuck groß.

Stärkster Einbruch der Gold-Terminkontrakte seit 1980

Am Mittwoch war der Goldpreis um über 4 Prozent gefallen und hatte damit so stark nachgegeben wie seit Dezember 2008 nicht mehr. Die Terminkontrakte auf Gold in den USA verzeichneten den stärksten Einbruch seit 1980.

Der Preisrückgang machte sich auch bei börsennotierten Indexfonds (ETFs) auf Gold bemerkbar. Der Bestand des weltweit größten Fonds dieser Art - des SPDR Gold Shares aus den USA - nahm wegen der Mittelabflüsse binnen eines Tages um 2,2 Prozent ab, teilte der Anbieter State Street Global Advisors mit. Das war der stärkste prozentuale Rückgang seit sieben Monaten.

Die Rückkehr vieler Anleger an die Aktienmärkte setzte dem Goldpreis ebenfalls zu. Das als "sicherer Anlagehafen" genutzte Edelmetall hatte sich infolge der Turbulenzen an den Aktienmärkten Anfang August um rund 20 Prozent verteuert.

Öl und Kupfer teurer

Gesprächsthema am Rohstoffmarkt war zudem die für Freitag erwartete Rede von US-Notenbankchef Ben Bernanke in Jackson Hole. Falls der Chef der Federal Reserve (Fed) eine weitere Lockerung der Geldpolitik ankündigen sollte, dürften Anleger wieder in Gold flüchten, um sich vor Inflationsrisiken in Sicherheit zu bringen.

Öl und Kupfer verteuerten sich indes in Erwartung einer womöglich neuen Geldschwemme durch die Fed. Auch wegen der Hoffnung auf eine ungebrochene Nachfrage aus China legte der Kupferpreis um 1,3 Prozent auf 8993 Dollar pro Tonne zu.

US-Leichtöl der Sorte WTI verteuerte sich um 0,7 Prozent auf 85,72 Dollar je Barrel. Der Preis für Brent stieg um 0,5 Prozent auf 110,70 Dollar pro Fass. Analysten warnten indes vor überzogenen Erwartungen an die Bernanke-Rede. "Bisher gab es eine gewisse Euphorie im Markt, dass Bernanke eine neue Runde der lockeren Geldpolitik ankündigt, aber meiner Meinung nach ist da eher der Wunsch der Vater des Gedanken", sagte Victor Shum von der Energieberatungsfirma Purvin & Gertz in Singapur.

la/reuters
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