Indischer Ozean Deutsche Forscher fahnden nach Gold und Silber

Weltweit wächst der Hunger nach Rohstoffen, doch die Reserven werden knapp. Deutsche Forscher erhöhen im Wettlauf um wertvolle Metalle am Meeresboden nun das Tempo. Im Indischen Ozean suchen sie nach Gold, Silber und anderen wichtigen Materialien für die Industrie.
Von Janina Liersch
Manganknolle: Deutsche Forscher wollen den Metallschatz aus der Tiefsee heben

Manganknolle: Deutsche Forscher wollen den Metallschatz aus der Tiefsee heben

Foto: Caroline Seidel/ dpa

Berlin - Deutsche Forscher verstärken die Suche nach Rohstoffen in der Tiefsee. Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) will im Herbst den Meeresboden östlich von Madagaskar auf Metallvorkommen untersuchen, wie die Behörde am Dienstag mitteilte. Die Wissenschaftler haben es dabei besonders auf Hydrothermalfelder - die so genannten schwarzen Raucher - in 2800 Meter Tiefe abgesehen.

Diese kleinen Unterwasservulkane geben metallreiche Lösungen ab. In ihrer Nähe befinden sich nach Angaben der BGR vor allem Edel- und Sondermetalle wie Gold und Silber. Auch Feinmetalle wie Wismut, Selen oder Indium dürften dort zu finden sein.

"Die Felder besitzen möglicherweise wirtschaftlich bedeutsame Anreicherungen", sagte der Leiter der Expedition Ulrich Schwarz-Schmapera. Zur Ortung der metallreichen Gebiete setzen die Forscher magnetische Verfahren ein, da sich die Ablagerungen unter einer Schicht von Tiefseesedimenten befinden.

Internationales Rennen um Lizenzgebiete

Im Frühjahr 2010 hatte bereits das Forschungsschiff "Sonne" im Auftrag der Deutschen Rohstoffagentur (DERA) zwischen Mexiko und Hawaii mit der Erkundung eines deutschen Lizenzgebietes begonnen. Dort werden wertvolle Manganknollen vermutet. Manganknollen sind meist zwischen drei und acht Zentimeter groß und befinden sich in 5000 Meter Tiefe. Sie weisen einen hohen Anteil von Nickel, Kobalt, Kupfer und Mangan auf. In jeder Tonne Manganknollen steckt durchschnittlich etwa doppelt so viel Kupfer, Nickel und Kobalt wie in einer Tonne Erzgestein an Land.

Angesichts einer weltweit wachsen Nachfrage nach Rohstoffen hat ein internationales Rennen um die Lizenzgebiete begonnen. Chinesische Forscher sind unlängst mit einem U-Boot in 5000 Meter Tiefe vorgedungen. Frankreich, Korea, Japan, China, Polen, Russland und Indien haben bei der Internationalen Meeresbodenbehörde ISA Konzessionen für den Manganknollenabbau beantragt. Bisher fehlt laut BGR jedoch eine geeignete Abbautechnologie. Zudem seien die Risiken für die Umwelt nicht absehbar.

Lizenzen für die offizielle Erkundung der Hydrothermalfelder, die die Internationale Meeresbodenbehörde seit 2010 vergibt, besitzen laut BGR bisher nur China und Russland. Die deutsche Expedition soll nun Aufschluss darüber geben, ob auch die Bundesrepublik eine solche Lizenz beantragt.

Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.