Freitag, 21. Februar 2020

Trotz Rekordpreis Goldinvestoren unter Soros-Schock

Zukunftsmarkt Asien: In Fernost steigt die Nachfrage nach Goldinvestments - die Notenbanken suchen nach einer Absicherung gegen den schwachen Dollar

2. Teil: Weltweite Verunsicherung treibt den Goldpreis

Die Überlegung, die diese Optimisten eint, ist einfach: Abgesehen von der - allerdings stark expandierenden - Schmuck- und Luxusgüterindustrie gibt es für das Edelmetall zwar kaum eine nennenswerte Nachfrage in der realen Wirtschaft, die das aktuelle Preisniveau rechtfertigen würde. Zudem wirft Gold keine Zinsen ab, einziger Renditelieferant ist die Preisentwicklung.

Letztere jedoch verfügt über einen ganz besonderen Antrieb, der in den vergangenen Jahren überaus zuverlässig lief: die Unsicherheit unter großen und kleinen Geldanlegern weltweit, zusätzlich verstärkt durch die Spekulation anderer Anleger darauf, dass genau diese Verunsicherung auch künftig anhalten wird.

Viele Investoren stellen sich derzeit schwerwiegende Fragen, auf die sie keine Antwort kennen: Werden die USA ihre gigantischen Schuldenprobleme bewältigen? Wie geht es mit Griechenland, Irland, Portugal und anderen schwächelnden Euro-Staaten weiter? Zudem: Wird die Inflation hierzulande demnächst tatsächlich, wie von Manchem prognostiziert, deutlich anziehen? Und was, wenn die Schwellenländer das Problem des rasant steigenden Preisniveaus nicht in den Griff bekommen?

Die Nachfrage steigt - China und Indien suchen Inflationsschutz

Die Liste der Unwägbarkeiten ist lang. Und jeder Punkt darauf steigert die Beliebtheit von Gold als Geldanlage. Denn der Ruf des Metalls als "sicherer Hafen" ist ungebrochen. Die Beliebtheit des Edelmetalls dürfte auf absehbare Zeit hoch bleiben, schreibt daher auch die DZ Bank in einer aktuellen Analyse.

Ablesen lässt sich diese Beliebtheit zum Beispiel an aktuellen Zahlen des World Gold Council (WGC), der Organisation der globalen Goldproduzenten. Demnach stieg die weltweite Nachfrage in den ersten drei Monaten 2011 um 11 Prozent auf 981,3 Tonnen.

Ganz oben im Käuferranking standen China und Indien. In den boomenden Schwellenländern wird das Edelmetall offenbar zunehmend auch als Schutz vor der starken Inflation eingesetzt.

Gemessen am Wert erzielte die Gesamtnachfrage wegen des steigenden Preises sogar ein Plus von beinahe 40 Prozent. Und auch der WGC gibt sich zuversichtlich: Im verbleibenden Jahr 2011 sei mit einer robusten Nachfrage zu rechnen, heißt es in einer Mitteilung.

Für einen weiter steigenden Preis spricht zudem, dass Gold bei vielen Investoren offenbar weiterhin oben auf der Einkaufsliste steht - die Verkäufe von George Soros und einigen Kollegen haben dieser Attraktivität nicht geschadet. Seit Jahren steigt der Einfluss der Anleger auf den Goldmarkt. Insgesamt lag ihr Anteil an der Gesamtnachfrage 2010 bereits bei etwa 35 Prozent. Zum Vergleich: Vor fünf Jahren waren es noch keine 20 Prozent.

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