Geldanlage Bausparer auf dem Rückzug

Die Deutschen haben im Jahr 2009 weniger Bausparverträge unterzeichnet. Die Wirtschafts- und Finanzkrise sei nur ein Grund für die Zurückhaltung. Auch strengere Regeln für die Nutzung des Bausparguthabens hätten die Kunden zögern lassen, heißt es.

Düsseldorf - Wegen der Wirtschaftskrise und strengerer gesetzlicher Bestimmungen haben die Deutschen in diesem Jahr Verbandsangaben zufolge deutlich weniger Bausparverträge abgeschlossen. Die Landesbausparkasse Bayern rechne für 2009 mit einem Rückgang ihres Geschäfts um 9,3 Prozent, berichtete das "Handelsblatt" vom Montag unter Berufung auf LBS-Angaben. Die LBS West in Nordrhein-Westfalen gehe von einem Rückgang zwischen 5 und 8 Prozent aus.

Die privaten Bausparkassen, zu denen etwa Schwäbisch Hall oder Wüstenrot gehören, schlossen bis Ende November Verträge mit einem 8 Prozent niedrigeren Gesamtvolumen ab als noch 2008, wie der Chef des Verbandes der privaten Bausparkassen (VDPB), Andreas Zehnder, der Zeitung sagte.

Die Wirtschafts- und Finanzkrise sei nur einer der Gründe für das schlechtere Geschäft der Bausparkassen, sagte VDPB-Chef Zehnder. Die Anbieter spürten eine "allgemeine Zurückhaltung, in dieser Zeit ein Haus zu bauen oder eine Wohnung zu kaufen". Daneben laufe das Geschäft in diesem Jahr schlechter, weil 2009 neue gesetzliche Bestimmungen für Bausparverträge in Kraft getreten seien.

Das Bausparguthaben mit der staatlichen Wohnungsbauprämie darf seit diesem Jahr nur noch für den Bau, Kauf oder die Renovierung einer Immobilie genutzt werden. Aus diesem Grund hatten viele Anleger noch im vergangenen Jahr einen Vertrag abgeschlossen. Nur Sparer unter 25 Jahren können noch frei über die Verwendung ihres Geldes entscheiden.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen